2015


29.10.2015

ARD: Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Am 26.10.2015 zur Prime-Time um 20:15 berichtete Yvonne Willicks in ihrem Haushalts-Check über Aktionswaren bei Discountern. Es wurde geprüft, ob das Angebot Schrott oder Schnäppchen ist und wie der Preis und die Qualität sind. Um ein Beispiel für nachhaltigen Konsum zu zeigen besuchte Yvonne Willicks die RecyclingBörse! und lobte die Initiative und deren Arbeit.


17.10.2015

NW: Ausstellung über Elektro-Recycling

Herford (nw). Das alte Handy, der kaputte Fernseher oder die defekte Mikrowelle –
Elektrogeräte, die nicht mehr gebraucht werden, landen oft im Hausmüll oder verschwinden in Schubladen und Schränken. Die Wanderausstellung „Elektrocycling ist
Gold wert“ beschäftigt sichmit dem richtigen Umgang mit und der Entsorgung von
Elektrogeräten. Sie ist im Foyer des Rathauses von Montag, 19. Oktober, bis Freitag,
13. November, zu sehen.

Die Ausstellung wurde von der Verbraucherzentrale NRW konzipiert. Für die ständige Verfügbarkeit in der Region wurde sie von der Recyclingbörse nachgedruckt. Die Wanderausstellung war bereits in Bünde und Löhne zu sehen.


14.10.2015

Die Altkleider-Abzocke

VON JOHANNES HÜLSTRUNG

Herford. Wer ausgediente Kleidung oder Schuhe in dafür vorgesehene Container gibt, geht meistens davon aus, etwas Gutes zu tun. Doch nicht immer handelt es sich bei den Textilien um Spenden: Mit Altkleider-Sammlungen hat sich ein lukratives Geschäft entwickelt. Auch in Herford tauchen immer mehr illegale Container auf.

Einer davon steht an der Bonifatiusstraße neben zwei Altglas-Containern von Tönsmeier. „Mach mit der Umwelt zuliebe!“ und „Ihre Altkleiderspenden helfen!“, steht auf einem Aufkleber. Letztendlich helfen die eingeworfenen Kleider wohl nur der Firma Jeva aus Lage, die den Container betreut. Für eine Stellungnahme war die Firma telefonisch nicht zu erreichen. Trotz mehrmaliger Versuche meldete sich immer nur der Anrufbeantworter.

Bei einem Preis von etwa 400 Euro pro Tonne lohnt sich der illegale Handel mit Altkleidern durchaus. Der Container an der Bonifatiusstraße ist – wie wohl einige andere im Stadtgebiet auch – nicht vom Ordnungsamt genehmigt worden. Das will nun dagegen vorgehen. „Wir haben die Firma Jeva angeschrieben und warten darauf, dass sie reagiert“, sagt Sven Hoock vom Ordnungsamt auf Anfrage der NW. Es handele sich jedoch nicht um eine Abmahnung, sondern um eine Anhörung. Die Firma solle Zeit bekommen, sich zu äußern.

„Ich gehe schon davon aus, dass sie sich meldet“, so Hoock. Optimistisch ist er angesichts der Erfahrung mit dem ersten Fall dieser Art. „Vor drei oder vier Monaten stand ein Container einer anderen Firma in der Steinstraße, mitten in der Fußgängerzone“, berichtet Hoock. „Nach unserem Schreiben hat die Firma den Container entfernt.“

An öffentlichen Plätzen dürfen solche Container ohne Genehmigung ohnehin nicht stehen. Aber auch auf privaten Grundstücken – wie an der Bonifatiusstraße – müsste eine kostenpflichtige Sondernutzung beantragt werden. „Die Sondernutzungserlaubnis ist in Herford aber noch nie beantragt, geschweige denn erteilt worden.“

Viele Bürger können nicht auf den ersten Blick erkennen, ob es sich bei den von ihnen
genutzten Containern um karitative, gewerbliche oder gar unzulässige handelt. „Der ist illegal? Das wusste ich nicht. Da habe ich schon einiges eingeworfen!“, sagt ein Anwohner an der Bonifatiusstraße.

Diane Cramer vom Verein für soziale Arbeit und Beratung (VAB) klärt auf: „Unsere
Container sind mit unserem Logo gekennzeichnet. Das ist eigentlich ein verlässlicher
Hinweis.“ Der VAB betreibt gemeinsam mit der Fair Wear Foundation (FWF) fünf karitative Container in Herford. Außerdem gibt es 40 gewerbliche, betreut von der Firma Hoyer aus Niedersachsen, die mit der Stadt einen Vertrag geschlossen hat.

Wie viele nicht genehmigte Container darüber hinaus im Stadtgebiet stehen, weiß wohl niemand genau. „Da diese illegalen Sammlungen uns die Kleider für die karitative Arbeit abgreifen, ist das natürlich ein sehr trauriger Zustand“, ärgert sich die Verwaltungsmitarbeiterin.

Neben dem VAB freuen sich auch andere lokale Institutionen wie das Deutsche Rote
Kreuz (DRK), die Caritas oder die Recyclingbörse über Altkleider. Die Spender bekommen in diesen Fällen noch die schöne Gewissheit dazu, wirklich etwas Gutes getan zu haben.


03.10.2015

WB-Werther: Integration mit Schraubenzieher

Von Maja Bungeroth
Werther(WB). Viele Frauen aus Syrien und dem Irak können nicht Fahrrad fahren – weil sie es in ihrer Heimat nie durften. Für sie ist die Wertheraner Fahrradwerkstatt ebenso eine Chance zum Neustart wie für männliche Flüchtlinge. Sie blühen in dem Projekt der ökumenischen Flüchtlingsinitiative regelrecht auf.

Mit der Fahrradwerkstatt an den Flüchtlingsunterkünften in der Weststraße sollen  künftig Flüchtlinge nicht nur eine sinnvolle Aufgabe haben, sondern mit den reparierten Rädern auch ein Fortbewegungsmittel erhalten. Schon mehrere Male haben sich Flüchtlinge gemeinsam mit Organisator Werner Glenewinkel und Ehrenamtler Henning Schwer zusammen gefunden, um gespendete Fahrräder wieder fit zu machen. Ungefähr 40 Flüchtlinge konnten so schon ein Fahrrad bekommen. Da in Werther inzwischen mehr als 100 Flüchtlinge leben, fehlen allerdings noch zahlreiche weitere Räder.

Um dem Ziel, jeden Flüchtling mit einem fahrtüchtigen Fahrrad auszustatten, näher zu kommen, soll nun ein Unterstand für die Werkstatt gebaut werden. Auf diese Weise soll die Fahrradwerkstatt nicht nur regelmäßig stattfinden können, sondern zu einer Art Kommunikationswerkstatt werden. »Hier sollen nicht nur Räder repariert werden. Wir wollen auch Raum zum Lernen bieten – von Verkehrsregeln, dem Fahrradfahren an sich und natürlich auch Deutsch«, erklärt Glenewinkel.

»Besonders Frauen aus Syrien und dem Irak können oft nicht Rad fahren«, berichtet Henning Schwer, der als Vertreter der Recyclingbörse Bielefeld vom Fach ist. In diesen Ländern gelte das Fahrradfahren bei Frauen häufig noch als unschicklich. Es genügt somit nicht nur, den Flüchtlingen ein fahrbereites Rad zur Verfügung zu stellen. Auch Fahrunterricht ist notwendig.

Für Flüchtlinge ist das Fahrrad ein wichtiges Fortbewegungsmittel – und noch dazu meist das einzige. »Dadurch bekommen sie die Möglichkeit, in die Stadt zu fahren und an kulturellen Aktivitäten teilzunehmen«, sagt Glenewinkel.

Mithilfe einer Spende des lokalen Energieversorgers EWG über 1500 Euro kann der neue Unterstand sozusagen als Grundstein für den Kommunikationstreff gebaut werden. Um auch bei der Fertigstellung der Werkstatt die soziale Interaktion in den Vordergrund zu stellen, werden hier Flüchtlinge selbst mitarbeiten. Hagen Franke, Zimmermeister aus Versmold, übernimmt beim Bau ehrenamtlich die fachliche Begleitung.


05.09.2015

NW: Recyclingbörse expandiert in Lippe

Herford/Bad Salzuflen (bas).

Der gemeinnützige Herforder Verein „Arbeitskreis Recycling“ hat jetzt auch in Schötmar eine Recyclingbörse eröffnet. Der Schwerpunkt des Angebots soll auf qualitativ hochwertiger Secondhand-Kleidung liegen.

„Auf 400 Quadratmetern Ladenfläche bieten wir ein ständig wechselndes Angebot“, beschreiben Filialleiterin Sylvia Gabler und Claudio Vendramin, Vorstand der gemeinnützigen Einrichtung, das Konzept. ImStil einer Boutique eingerichtet, sind alle Bevölkerungskreise zum Shoppen eingeladen: Preisbewusste, Schnäppchenjäger, Bedürftige. „Eine Kleiderkammer sind wir nicht“, heißt es. Ergänzend zum Angebot gehörten Hausrat, Bücher, Deko und Accessoires, auch Möbel. Das Spektrum reiche
dabei von überwiegend aktuellem Stil bis zu Retro-Schätzchen.

Unter dem Motto „Aus Alt Mach‘ Arbeit!“ stamme das Sortiment aus der Sammlung
und Annahme noch guter und weiterverwendbarer Sachspenden aus Haushalten.

„Viele Bad Salzuflerinnen kennen uns aus der Vergangenheit, da sie bei uns in Herford
vorbei kamen oder unseren Abholdienst gebeten haben“, so der Verein. Die Sachspenden würden direkt an den Börsen angenommen oder auch vom Fahrdienst von zu Hause abgeholt. „Für Sperrmüll und Entrümpelung wären wir die falsche Adresse“, so Vendramin.

Plastiktüten übrigens seien bei den Recyclern verpönt: „Stattdessen gibt es Stofftragetaschen, allesamt schicke Unikate, die in einem Kooperationsprojekt
zur Beschäftigungsförderung aus anderweitig nicht weiterverwendbaren Stoffen
genäht werden.“

Die Recyclingbörse, Otto-Hahn-Straße 97/99, hat dienstags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, sowie samstags, 10 bis 14 Uhr, geöffnet. Tel. (05221) 19719; www.recyclingboerse.org

INFO

Langzeitarbeitslose sollen einen Job finden


Trägerverein der gemeinnützigen Recyclingbörsen ist der Arbeitskreis Recycling. 1984 von Arbeitslosen in Herford gegründet, ist die Filiale an der Otto-Hahn-Straße in Schötmar die achte Einrichtung des Vereins.

In Verzahnung mit der Schaffung von Arbeits- und Beschäftigungsplätzen insbesondere für Langzeitarbeitslose ist das Kernengagement der Börse die Ressourcenschonung durch die Secondhand-Weiterverwendung und die hochwertige Aufbereitung.

Insgesamt bieten die Recyclingbörsen“ nach eigenen Angaben knapp 90 Jobs, davon gut die Hälfte frei finanziert.
(bas)


04.09.2015

NW: Neue Ideen aus abgelegten Dingen

Herford. Zwei Tendenzen hat Udo Holtkamp, Erfinder des inzwischen international ausgelobten und zum 7. Mal vergebenen Recycling Designpreises, unter den rund 500 Einsendungen ausgemacht: "Früher wurde oft Vorgefundenes für eine neue Verwendung aufgearbeitet, heute beschäftigen sich die Designer mehr mit dem Material an sich." Außerdem stellt er einen Trend zu großen Objekten fest.

Wie groß die sein können, ist vor dem Marta zu bewundern: Der Holländer Césare Peeren verwendet Rotorblätter von Windkraftanlagen für Sitzbänke und Skulpturen für sein Projekt "Blade made Furniture". In Holland sind sie im städtischen Raum als Sitzmöbel oder Gestaltungselemente im Gebrauch, vor dem Marta dienen sie als temporäre Sitzgelegenheiten.

Dafür erhielt Peeren von der prominent besetzten Jury den 2. Preis zugesprochen, und Holtkamp ein Problem: "Der Rücktransport wäre so teuer, dass sich die Recyclingbörse entschlossen hat, die drei Blätter zu kaufen. Wer im Anschluss
an die Ausstellung also dafür Verwendung hat, kann sie uns gerne abkaufen."

Unscheinbar und verspielt kommt dagegen der 1. Preis daher. Den erhalten die Münchner Emmy Galle und Bruno Winter (tubadsign) für ihr Projekt "Den Löffel abgeben - Alltagsbesteck". Dafür versehen sie ausgedientes Essbesteck aus
unterschiedlichen Quellen mit einem Emaille-Überzug für den weiteren Gebrauch.

Dritte Preisträgerin ist die Italienerin Camilla Carrara (Mailand/Berlin). Ihr Projekt "Zerobarracento", italienisch 0 Prozent, dreht sich um das Recycling von Wollreststoffen aus der norditalienischen Region Biella. Aus den neuen, alten Stoffen entstehen Textilien bei fast vollständiger Vermeidung von Abfall, wie sie die "Zero-Waste-Bewegung" anstrebt.

"Einige Ideen kommen immer wieder", sagt Jury-Mitglied Roland Nachtigäller. Lampen, Taschen oder Sitzmöbel sind immer unter den Einsendungen. Immer wieder sei er auch erstaunt, wo die Designer ihr Material finden. Da werden Tennisbälle zu Sitzmöbeln, thermoplastische Werkstoffe, die Krebspatienten bei der Behandlung vor Strahlung schützen sollen, zu Schmuck, Snowboards zu Longboards, Altglascontainer zu knubbligen Rückzugsorten vor der Hektik in der Stadt samt Ausblick durch Waschmaschinenfenster.

Der mit insgesamt 4.000 Euro dotierte und von der Recyclingbörse ausgeschriebene Recycling Designpreis ist ein offener Wettbewerb für alle Designer und Gestalter mit professioneller oder semiprofessioneller Ausbildung. Ziel ist es, Abfall als Ressourcen für neue Produkte zu nutzen.

Verliehen wird der 7. Recycling Designpreis am Sonntag, 6. September, um 11.30 Uhr im Marta. Dann wird auch die Ausstellung mit etwa 32 Exponaten von Designern und 16 Objekten der Sonderkategorie Schüler, Auszubildende und Werkstätten eröffnet, die bis zum 1. November zu sehen ist. Geöffnet ist das Marta dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, jeden 1. Mittwoch im Monat bis 21 Uhr.


04.09.2015

WB: Gemütliches Sitzen auf Rotorblättern

Herford(HK). Wollten Sie immer schon mal auf den Rotorblättern einer Windkraftanlage sitzen? Falls ja, dann haben Sie bis zum 1. November vor dem Marta Zeit, diese Erfahrung zu machen. Die dortige Sitz-Installation ist Teil der neuen Ausstellung zum Design-Recyclingpreis.

Die Idee, ausgediente Rotorblätter zu benutzen, stammt von dem niederländischen Designer Césare Peeren. In Holland fänden sich derartige Arbeiten häufiger im öffentlichen Raum, sagt Udo Holtkamp (Recyclingbörse), der der Jury zum Designpreis angehört. Unter anderem würden Rotorblätter für Spielgeräte verwendet.

Für seine Idee bekam Peeren in diesem Jahr den zweiten Preis. Zwei Monate haben die Herforder Bürger jetzt Zeit, die ungewöhnlichen Sitzmöbel zu testen. Falls jemand dann für die Rotorblätter eine weitere Verwendung hätte, wäre Holtkamp dankbar: »Denn in der Recyclingbörse können wir sie nicht lagern.« Wenn Interesse besteht, stellt er einen Kontakt zu dem Designer aus Rotterdam her.

Der niederländische Beitrag ist einer von mehr als 500, die der Jury zur Bewertung vorlagen. Die meisten kamen aus Deutschland – aber auch aus Argentinien, Frankreich oder Italien bewarben sich Designer übers Internet.

»Es ist der international bedeutendste Preis in dieser Richtung«, betont Udo Holtkamp. Wichtig sei, so Marta-Direktor Roland Nachtigäller, dass die Objekte tatsächlich existierten. So versuchte ein Designer die Jury mit einer 3D-Animation zu täuschen – ohne Erfolg.

Eine große Rolle spielen in diesem Jahr die Sitzmöbel – und zwar im Zusammenhang mit einer Arbeit aus der JVA Herford gleich in einem doppeldeutigen Sinne. Das Sofa, das der Absolvent einer Ausbildungsklasse angefertigt hat, besteht unter anderem aus der Tür einer Gefängniszelle und Wärterkleidung. Zu den Fragen, die die Initiatoren derzeit beschäftigen, zählt: Darf der »sitzende« JVA-Insasse als Preisträger des Schülerwettbewerbs an der Verleihung teilnehmen? Diese findet am Sonntag ab 11.30 Uhr im Marta statt.

Einen Sonderpreis bei den Schulen erhält die 26-jährige Esther Althoff, die das Westfalen-Kolleg in Bielefeld besucht. Weil sie alte Bücher liebt, aber mit dem Inhalt der Abhandlung »Naturwissenschaft und Evangelium« Probleme hatte, bearbeitete sie den Text, indem sie Passagen ausschnitt.

Einige spektakuläre Arbeiten sind in der Ausstellung zu sehen – nicht jedoch der mit 2500 Euro dotierte erste Preis. Er geht an Emmy Galle und Bruno Winter, die aussortiertes Essbesteck mit einem Emaille-Überzug für den weiteren Gebrauch bearbeiten beziehungsweise neu veredeln. In diesem Fall setzten die Designer auf den Zauber der schlichten Eleganz. Der dritte Preis geht an die Italienerin
Camilla Carrara, die für ihre Kleidung Wollreststoffe benutzt.

Die Ausstellung ist bis zum 1. November in der Lippold-Galerie zu sehen.


04.09.2015

NW: Neue Ideen aus abgelegten Dingen

VON RALF BITTNER

Herford. Zwei Tendenzen hat Udo Holtkamp, Erfinder des inzwischen international
ausgelobten und zum 7. Mal vergebenen Recycling Designpreises, unter den rund 500
Einsendungen ausgemacht: „Früher wurde oft Vorgefundenes für eine neue Verwendung
aufgearbeitet, heute beschäftigen sich die Designer mehr mit dem Material an sich.“ Außerdem stellt er einen Trend zu großen Objekten fest.

Wie groß die sein können, ist vor dem Marta zu bewundern: Der Holländer Césare Peeren verwendet Rotorblätter von Windkraftanlagen für Sitzbänke und Skulpturen für sein Projekt „Blade made Furniture“. In Holland sind sie im städtischen Raum als Sitzmöbel oder Gestaltungselemente im Gebrauch, vor dem Marta dienen sie als temporäre Sitzgelegenheiten. Dafür erhielt Peeren von der prominent besetzten Jury
den 2. Preis zugesprochen, und Holtkamp ein Problem: „Der Rücktransport wäre so teuer, dass sich die Recyclingbörse entschlossen hat, die drei Blätter zu kaufen. Wer im Anschluss an die Ausstellung also dafür Verwendung hat, kann sie uns gerne abkaufen.“

Unscheinbar und verspielt kommt dagegen der 1. Preis daher. Den erhalten die Münchner Emmy Galle und Bruno Winter (tubadsign) für ihr Projekt „Den Löffel abgeben – Alltagsbesteck“. Dafür versehen sie ausgedientes Essbesteck aus unterschiedlichen Quellen mit einem Emaille-Überzug für den weiteren Gebrauch.

Dritte Preisträgerin ist die Italienerin Camilla Carrara (Mailand/Berlin). Ihr Projekt „Zerobarracento“, italienisch 0 Prozent, dreht sich um das Recycling von Wollreststoffen aus der norditalienischen Region Biella. Aus den neuen, alten Stoffen entstehen Textilien bei fast vollständiger Vermeidung von Abfall, wie sie die „Zero-
Waste-Bewegung“ anstrebt.

"Einige Ideen kommen immer wieder“, sagt Jury-Mitglied Roland Nachtigäller. Lampen, Taschen oder Sitzmöbel sind immer unter den Einsendungen. Immer wieder sei er auch erstaunt, wo die Designer ihr Material finden. Da werden Tennisbälle zu Sitzmöbeln, thermoplastische Werkstoffe, die Krebspatienten bei der Behandlung
vor Strahlung schützen sollen, zu Schmuck, Snowboards zu Longboards, Altglascontainer zu knubbligen Rückzugsorten vor der Hektik in der Stadt samt Ausblick durch Waschmaschinenfenster.

Der mit insgesamt 4.000 Euro dotierte und von der Recyclingbörse ausgeschriebene
Recycling Designpreis ist ein offener Wettbewerb für alle Designer und Gestalter mit professioneller oder semiprofessioneller Ausbildung. Ziel ist es, Abfall als Ressourcen für neue Produkte zu nutzen.

Verliehen wird der 7. Recycling Designpreis am Sonntag, 6. September, um11.30 Uhr
im Marta. Dann wird auch die Ausstellung mit etwa 32 Exponaten von Designern und 16 Objekten der Sonderkategorie Schüler, Auszubildende und Werkstätten eröffnet, die bis zum 1. November zu sehen ist. Geöffnet ist das Marta dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, jeden 1. Mittwoch im Monat bis 21 Uhr.

Wettbewerb der Jung-Designer

Parallel zum international ausgeschriebenen Recycling Designpreis gibt es auch eine
Sonderkategorie für Schüler, Auszubildende und Werkstätten. Diese wird inzwischen
deutschlandweit ausgeschrieben.

Gut 100 Bewerbungen gingen dafür ein, aus denen die von Angela Kahre (Marta)
geleitete Jury 16 Projekte für die Ausstellung auswählte. „Eine faire Bewertung ist
schwierig“, sagt sie, „weil die teilnehmenden Institutionen so unterschiedlich sind.“Es sei ein Unterschied, ob Entwürfe und die Objekte aus einer allgemeinbildenden Schule
oder einer Ausbildungswerkstatt stammen.

Diesen Preis teilen sich Teilnehmer aus fünf Einrichtungen, darunter Marc H. aus
der Ausbildungswerkstatt der Jugendvollzugsanstalt Herford. Aus alten Gefängnistüren, Matratzen und abgelegten Diensthemden seines Aufsichtspersonals fertigte er ein wuchtiges, aber sicher stabiles Sitzmöbel. In dieser Kategorie erhielt Esther Althoff einen Sonderpreis zugesprochen – sie beschäftigte sich mit dem Recycling veralteter Gedanken.
(rab)


25.08.2015

Landratskandidat Stute besuchte RecyclingBörse

Kreis Herford. Immer mal wieder: Bereits vor Jahren als Ordnungsamtleiter, dann als Bürgermeister der Stadt Vlotho besuchte Bernd Stute die RecyclingBörse immer mal. Nun als Kandidat für die Wahl des Landrats für den Kreis Herford am 13.September war er einmal mehr zum Gespräch vor Ort.

Stute: „Es ist beeindruckend, was hier in den Jahren entstanden ist“.

Inhaltlich ging es um zwei Punkte: Die Zukunft der Arbeismarktförderung, Beschäftigunng und Qualifikation für Langzeitarbeitlose im Kreis. Die RecyclingBörse ist der größte Träger von Maßnahmen in der Region und aktiv in der „Trägergemeinschaft“ der Qualifizierungs- und Beschäftigungsförderung im Wittekindskreis. Im regionalen OWL-Vergleich habe der Kreis Herford deutlichen Nachholbedarf besonders in der Einwerbung von EU-Mtteln wie Europäischer Sozialfonds ESF und Regionalfonds (EFRE), erläuterten Udo Holtkamp und Claudio Vendramin von der Börse.

Zum Zweiten: Besonderes Thema der Recycler natürlich die Zukunft der „Kreislaufwirtschaft“ mit dem Vorrang für Ressourcenschonung durch Wiederverwendung lokal vor Ort. Die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) schreibt dies als neue Pflichtaufgabe der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) vor. "Das ist keine karitative, freiwillige Leistung mehr", so Holtkamp und Vendramin. Der Kreis habe hier klar eine planende und koordinierende Funktion, so Stute: „Gemeinsam, interkommunal müssen wir die RecyclingBörse weiter stärken“.


05.08.2015

Betriebsbesuch: NRW-Umweltausschuss-Vorsitzender in der Börse

Der Vorsitzende des Umweltausschusses des Landtages NRW, Friedhelm Ortgies (CDU), besuchte jetzt die RecyclingBörse. Anlass: Die Diskussion um die anstehende Novellierung der Abfallwirtschaftsplanung (AWP) des Landes, die im rot-grün regierten NRW auf den Namen "Ökologischer Abfallwirtschaftsplan" (ÖAWP) hört. Der Arbeitskreis Recycling e.V., Trägerverein der Börsen und aktiv in der Interessenvertretung "WIR" der im Land engagierten sozialwirtschaftlichen-gemeinnützigen ReUse-Betriebe, ist dazu zur Expertenanhörung des Landesumweltausschusses Ende August in den Landtag eingeladen.

Ortgies zeigte sich vom umfassenden Leistungsspektrum und Secondhand-Angebot der Börse sowie der großen Zahl der Kund/innen und Anlieferungen aus Haushalten beeindruckt, die er während der Betriebsführung hautnah erlebte: "Bei immer knapper werdenden Ressourcen gewinnt die Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe einen immer höher werdenden Stellenwert. Ich war in Herford überrascht von dem immensen Zuspruch der Bevölkerung bei der Anlieferung und auch beim Verkauf der Waren".

Den Wiederverwendungsbetrieben in NRW geht es insbesondere darum, so Börsen-Geschäftsführer Claudio Vendramin, "dass das Land die gesetzlichen Bestimmungen aus dem Bundes-Kreislaufwirtschaftsgesetz KrWG und dem Abfallvermeidungsprogramm AVP zur neuen kommunalen Pflichtaufgabe der Wiederverwendung deutlicher als im vorliegenden Entwurf als Handlungsvorgabe formuliert. Denn darauf warten Kommunen und sozialwirtschaftliche ReUse-Betriebe landesweit".


09.07.2015

Börsenfest in Bielefeld

Am Donnerstag den 9. Juli fand in der RecyclingBörse in Bielefeld das diesjährige Börsenfest statt. Es gab Kaffee, Kuchen, Bratwürstchen und jede Menge Gewinne. Jeder Kunde bekam bei seinem Einkauf ein Gratis-Gewinnlos ausgehändigt. Hinter jeder Losnummer versteckte sich ein Gewinn und konnte sofort mitgenommen werden. Von Hausrat, Elektronik, Fahrrad bis hin zum Computer. Wir danken allen Besuchern und Gewinnern für ihr Kommen.


27.06.2015

WB: Barbara Hendricks besucht Recyclingbörse

Von Kathrin B r i n k m a n n

B ü n d e (BZ). Über hohen Besuch konnten sich am Freitag die 17 Mitarbeiter der Bünder Recyclingbörse freuen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) informierte sich vor Ort über den Betrieb an der Wasserbreite.

»Dies ist nicht das erste Second-Hand-Kaufhaus, das ich besucht habe, aber eines der wirklich richtig gut organisierten«, lobte die Ministerin, die auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze nach Bünde gekommen war. Zwar sei der Arbeitskreis Recycling gemeinnützig, aber trotzdem »sehr professionell«.

Die Ministerin gab zu, selber selten Second-Hand-Einkäufe zu tätigen. Dennoch seien Einrichtungen wie die Recyclingbörse von enormer Wichtigkeit. »Für mich als Umweltministerin spielt natürlich vor allem der positive Aspekt für die Umwelt eine Rolle. Es ist gut, wenn Gegenstände wiederverwertet werden, anstatt dass sie in den Müll wandern.« Sehr lobenswertsei zudem der soziale Aspekt des Arbeitskreises Recycling. Dort werden zum Beispiel Arbeitslose beschäftigt, die auf dem Arbeitsmarkt nur geringe Chancen auf eine Stelle haben. Außerdem könnten Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben, Haushaltsartikel preisgünstig erstehen.

Claudio Vendramin vom Vorstand des Arbeitskreises Recycling führte Barbara Hendricks durch die Räume. »Wir freuen uns, dass mit dem Besuch der Bundesumweltministerin der besondere Stellenwert von Betrieben wie der Recyclingbörse für die Ressourcenschonung hervorgehoben wird«, sagte er.

Das Bundesumweltministerium fördert die bundesweit aktiven sozialwirtschaftlichen Wiederverwendungs- und Reparaturzentren mit einer Einmalzahlung in Höhe von 70 000 Euro. »Dieses Geld nutzen wir, um einen neuen Verband zu gründen. Der soll unsere bundesweite Vernetzung vorantreiben und ein Konzept für eine Qualitätsdachmarke sowie einheitliche Qualitätskriterien erarbeiten«, erklärte Claudio Vendramin.

Dieses Projekt mit dem Titel »Wiederverwendungs- und Reparaturzentren in Deutschland« (WIRD) wird von der Recyclingbörse als Projektträger organisiert und zusammen mit Partnern wie dem Wuppertal Institut, dem Ökoinstitut und dem Umweltbundesamt begleitet.

Die Recyclingbörse wurde vor 30 Jahren gegründet und ist derzeit mit insgesamt 120 Mitarbeitern an acht Standorten im Kreis Herford sowie in Bielefeld vertreten.


27.06.2015

NW: Umweltministerin lobt Arbeit der Recyclingbörse

VON GERALD DUNKEL

Bünde/Berlin. In dem Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in der Recyclingbörse Bünde am Freitag sehen die Beteiligten und auch der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze eine Würdigung der Arbeit des Arbeitskreises Recycling Herford. Arbeitskreisvorstand Claudio Vendramin hatte aber auch Dank auszurichten.

"Das hier ist eines der richtig guten Second-Hand-Kaufhäuser, das sehr professionell geführt wird", befand die Ministerin am Freitagnachmittag nach dem Besuchstermin, der auf Einladung von Stefan Schwartze zustande gekommen war. Sie sei froh, dass es Einrichtungen wie die Recyclingbörse gebe, in denen Menschen mit wenig Einkommen gute, gebrauchte Artikel kaufen können.

"Hier wird außerdem dem umweltpolitischen wie auch dem sozialen Aspekt Rechnung getragen", so Barbara Hendricks. Neben der Wieder- und Weiterverwertung von Waren, gibt die Recyclingbörse zum Beispiel ehemaligen Langzeit-Arbeitslosen eine feste Beschäftigung. Allein in Bünde sind 17 Menschen beschäftigt. Der Arbeitskreis gibt nach eigenen Angaben rund 50 ehemaligen Langzeit-Arbeitslosen einen Job. Hinzu kommen noch bis zu 100 Plätze im Rahmen von "Qualifizierung und Beschäftigung".

Bei einem Rundgang durch die Recyclingbörse Bünde erhielt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vom Vorstand des Arbeitskreises Recycling, Claudio Vendramin, einen Einblick in das Warenangebot und die organisatorische Struktur. "Wir freuen uns, dass damit der besondere Stellenwert von Betrieben wie der Recyclingbörse im gesellschaftlichen Konzert der Anstrengungen für die Ressourcenschonung hervorgehoben und unterstrichen wird", sagte Vendramin. Zumal diese Dienstleistung mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und der darin festgeschriebenen und neuen Abfallhierarchie aus der bislang rein "karitativ betrachteten Ecke" geholt und nun als kommunale Pflichtaufgabe vorgeschrieben sei, so der Vorstand.

Im Namen der bundesweit aktiven sozialwirtschaftlichen Wiederverwendungs- und Reparaturzentren Deutschland (WIRD) nutzte Vendramin die Gelegenheit, sich für die Förderung eine Projekts zur bundesweiten Vernetzung und zum Aufbau einer bundesweiten Qualitätsmarke sozialwirtschaftlicher Wiederverwendungsbetriebe zu bedanken. "Das WIRD-Projekt startete am 1. April und wird von der Recyclingbörse als Projektträger organisiert und zusammen mit Partnern umgesetzt und vom Umweltbundesamt begleitet." Drei Jahre lang wird das Projekt nun mit 70.000 Euro gefördert.

Künftig sollen zum Beispiel auch Geschäfte wie Baumärkte nicht mehr verkaufbare Artikel in den Recyclingbörsen abgeben können.

© 2015 Neue Westfälische
09 - Herford, Samstag 27. Juni 2015


13.04.2015

NW: Zu schade für die Tonne

Kreis Herford. Schweren Herzens hatte sich der Herforder Horst Krause von seinem ebenso massiven wie funktionstüchtigen Fernseher aus der Mitte der Neunziger Jahre getrennt. Wie so viele Bürger im Wittekindskreis war klar, dass er ihn bei der Recyclingbörse abliefert. Dann geschah - zumindest für Krause - Verwerfliches: Die Mitarbeiter nahmen den TV-Boliden entgegen - und "kloppten ihn in die Tonne".

Das wollte Krause geklärt wissen. "Der Fernseher war damals das Beste an Technik was auf dem Markt war. Man wirft so ein voll funktionsfähiges Stück doch nicht einfach weg." Schon gar nicht vor den Augen des Besitzers. "Ja, das war nicht wirklich feinfühlig", sagt Udo Holtkamp, Geschäftsführer der rührigen Recyclingbörse. "Wir haben natürlich ein hohes Interesse daran, verwertbare und gebrauchsfähige Geräte und Haushaltswaren weiter zu verkaufen." Horst Krauses alter Fernseher sei je jedoch nicht mehr verkäuflich gewesen.

"Nachdem sich Herr Krause bitter bei mir über den Umgang mit dem Fernseher beklagt hatte, habe ich im Internet geforscht. Dabei kam heraus, dass zuletzt vor vier Jahren jemand versucht hatte, ein identisches Gerät zu verkaufen. Selbst für einen Euro ist er es nicht losgeworden", sagt Holtkamp.

Genau hier liegt die Crux: Was ist noch brauchbar und was nicht - obwohl es doch noch gut erscheint? Viele Mitarbeiter der Recyclingbörse sind inzwischen zu Experten in Sachen Weiterverwertung geworden. Und die Recyclingbörse so im Auftrag der Kreisverwaltung zu einem der bundesweit ambitioniertesten Verwerter von "altem Kram". Das gipfelt in 956 Tonnen gesammeltem Elektroschrott - also Fernseher, HiFi-Geräten, Unterhaltungselektronik oder Kleingeräten wie Mixer oder Staubsauger. Bundesweit betrachtet eine beispiellose Menge.

"Wir sind der abfallärmste Kreis im Land", sagt Udo Holtkamp - nicht ganz ohne Stolz. Der Wittekindskreis sei mittlerweile Spitze beim Recycling. Dazu tragen die 160 Sammelstellen und die Niederlassungen in den Städten und Gemeinden bei.

Hier kommen dann nochmals rund 800 Tonnen "weiße Ware" hinzu. Das entspreche einer Menge von 3,8 Kilogramm pro Einwohner jährlich, rechnet Claudio Vendramin, geschäftsführender Vorstand der Recyclingbörse, vor. Nicht mitgerechnet sind dabei die 120 Tonnen Kleidung, die die Börse jährlich umschlägt. Doch es droht Ungemach in Gestalt eines vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzesentwurfs zur Rückgabe von alten Elektrogeräten beim Handel, sowie durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz auf EU-Ebene. "Im Moment haben wir den ersten Zugriff auf zurückgegebene Waren. Können sie vor dem Wurf in den Container retten und so vielfach eine unnötige Verschrottung vermeiden", sagt Holtkamp. Das garantiere die Fünf-Prozent-Quote für Wiederverwertung. Das resultiert im Wittekindsland aus der Aufgabe, die die Recyclingbörse im Auftrag der Kreisverwaltung übernommen hat. Im benachbarten Bielefeld läuft ein anderes Prinzip, hat der Umweltbetrieb das Sagen. "Aber wir sind dort zu einer Übereinkunft gekommen, dass wir auf Bielefelds Wertstoffhöfen auch den Erstzugriff auf Elektroartikel und ähnliches haben", sagt Vendramin.

"Es ist eben wichtig, dass man entscheidet ob ein Stück zu vermarkten ist, bevor es in die Tonne wandert", sagt Holtkamp. Dieses Prinzip sei nun durch die drohende EU-Verordnung gefährdet. "Demnach soll alles generell in die Tonne wandern. Ohne Ansehen auf Wiederverwertbarkeit. Das ist der blanke Unsinn", ereifert sich Udo Holtkamp. Deshalb habe die Recyclingbörse als Mitglied des Arbeitskreises Recycling gemeinsam mit Greenpeace, NABU und BUND eine Eingabe in Brüssel gemacht.

© 2015 Neue Westfälische
09 - Herford, Montag 13. April 2015


10.04.2015

NW-Bünde: Mit Elektroschrott ab zur Recyclingbörse

Bünde (domi). Das alte Handy, der kaputte Fernseher oder die defekte Mikrowelle – Elektrogeräte, die nicht mehr gebraucht werden, landen meistens im Hausmüll oder Keller. Die Ausstellung „Elektrorecycling ist Gold wert“ beschäftigt sich mit dem richtigen Umgang und der Entsorgung von Elektrogeräten. Interessierte haben noch bis Ende April Zeit für eine Besichtigung im Foyer des Rathauses Bünde.

„Es ist wichtig die Leute darauf aufmerksam zu machen, ihre Elektrogeräte in der Recyclingbörse oder bei einer der Sammelstellen abzugeben. Gebrauchte Elektrogeräte gehören in eine getrennte Sammlung“, sagt Bürgermeister Wolfgang Koch.

Zwar sei der Kreis Herford NRW-weitander Spitze,was das Sammeln und Verwerten angehe, trotzdem könne noch mehr getan werden, erklärt Claudio Vendramin vom Vorstand des Arbeitskreis Recycling e.V. „Viele alte Handys liegen in Schubladen rum. Die Entwicklung neuer Geräte ist heutzutage so schnell, dass die meisten ihr Handy nur zwei Jahre benutzen. Danach sollten sie es zumindest ordnungsgemäß entsorgen“, so Vendramin weiter. Außerdem rät er zu einem nachhaltigeren Verbrauch und sparsameren Umgang mit Geräten. Für den Umweltschutz sei es wichtig, Elektrogeräte länger zu gebrauchen.

ImJahr 2014 wurden im Kreis Herford 956 Tonnen Elektroschrott recycelt. Rund 23.000 Kunden kommen im Monat in die Recyclingbörsen im Kreis Herford und Bielefeld. „Die Nachfrage ist groß. Die Recyclingstellen werden gut angenommen“, sagt Udo Holtkamp vom Vorstand des Arbeitskreis Recycling e.V. Der Elektroschrott kann kostenlos an den Sammelstellen oder direkt bei der Recyclingbörse abgegeben werden.

Von dem abgegebenen Elektroschrott liegt die Quote der wiederverwendbaren Dinge
bei fünf Prozent. Nachdem die Geräte in der Annahmestelle zunächst optisch überprüft werden, geht es mit Sicherheitstests weiter. Im Anschluss kommt die Funktionsüberprüfung und die Löschung der eventuell noch vorhandenen Daten etwa auf Laptops oder Handys. Die Geräte, die bei den Recyclingbörsen gekauft werden,
haben eine Garantie von einem Jahr.

Das Projekt „Elektrorecycling ist Gold wert“ ist eine Wanderausstellung, die einmal durch den gesamten Kreis Herford zieht. Bünde ist die dritte Station. Hiernach geht es weiter nach Löhne.


10.04.2015

WB-Bünde: Wetvolle Ressourcen nutzen

B ü n d e (BZ). Millionenfach lagern ungenutzte Handys in deutschen Schubladen: ein
wahrer Schatz. Denn die Geräte enthalten Gold, Silber und Seltene Erden. Darüber wie diese Ressourcen genutzt werden sollten, informiert jetzt eine Ausstellung im Rathaus.

Elektroschrott ist Gold wert, denn er steckt voller Ressourcen: Gold, Silber, Seltene Erden, Kupfer. Richtiges Recycling ist wichtig, um unnötigen Abfall zu vermeiden. Foto: Annalena Klein

Wer in seine Schränke, Keller und Schubladen schaut, kann so manchen Schatz entdecken: Denn in alten Elektrogeräten schlummern wertvolle Materialien wie Gold, Kupfer oder Seltene Erden. Ganz abgesehen davon, dass viele vergessene Geräte noch funktionieren und als Ganzes wiederverwertet werden könnten.

»Im Elektroschrott befinden sich wichtige Bestandteile, die oft nicht dem Recycling zugeführt, sondern in den Hausmüll getan werden oder in Kellern lagern«, eröffnet
Bürgermeister Wolfgang Koch die Ausstellung zum Thema Elektrorecycling im Foyer des Rathauses. Dabei seien genau diese Bestandteile wichtige Ressourcen. »Möglichst viele Menschen sollen die Ausstellung sehen«, bekräftigte Koch und nutzte die Gelegenheit, die Arbeit der Recyclingbörse im Kreis Herford zu loben. »Trotz der
großen Bekanntheit ist es sinnvoll, auf die Arbeit Recyclingbörse hinzuweisen.«

Der Arbeitskreis Recycling, der im Kreis die Recyclingbörsen betreibt, und die Verbraucherzentrale NRW zeichnen verantwortlich für die Wanderausstellung. »Wir
wollen als Verein auch zur Bildung beitragen«, ergreift Vorstandsmitglied Udo Holtkamp das Wort. Gerade Handys lägen in den heimischen Schubladen oder wanderten in den Hausmüll; im Durchschnitt wechselten Nutzer alle zwei Jahre das Gerät. »Dabei schreitet der technische Fortschritt gar nicht so schnell voran, wie produziert wird.«

Die Menschen im Kreis Herford scheinen ein ausgeprägtes Umweltgewissen zu besitzen: »Als Kreis sind wir absolut groß, was das Recycling angeht«, meint Holtkamp. Claudio Vendramin, ebenfalls im Vorstand des Arbeitskreises, stimmt ihm zu: »Im Jahr 2014 konnten wir 956 Tonnen Elektroschrott, wie Unterhaltungselektronik, recyclen; fünf Prozent der Geräte konnten wir als Ganzes in
den Wirtschaftskreislauf zurückführen.«

Abgegebene Altgeräte durchlaufen bei der Recyclingbörse ein festes System: Nach der optischen Überprüfung folgt der Test auf Sicherheit und Funktion. Ist das Gerät nicht mehr funktionsfähig wird es dem Schrott zugeführt und so wiederverwertet. Sollte noch »Leben« in den Geräten stecken, werden eventuelle Daten gelöscht.
»Unser Verfahren ist DEKRA-zertifiziert «, betont Vendramin. Anschließend geht das Gerät in den Verkauf. »Wir geben auch die übliche Garantie über ein Jahr für diese Geräte.« Was nach vier bis sechs Wochen noch immer im Laden liegt, wird ebenfalls verschrottet. Die Ausstellung ist noch bis Ende April zu sehen.


07.03.2015

NW: Wie Altkleider zur Beute werden

Herford. In Hiddenhausen sind sie ein Problem, illegal aufgestellte Altkleidercontainer, mit denen fragwürdige Firmen caritativen Organisationen die Ware abnehmen wollen (die NW berichtete am Freitag). In Herford gehen kommerzielle Sammler offensichtlich noch einen Schritt weiter: Sie stehlen Altkleidersäcke. So wie bei einerNW-Leserin.

„Ich hatte die Textilien – alte Tischdecken sowie Kleidung – in einen Sack gepackt“, berichtet die Frau, die nicht namentlich genant werden möchte, am Lesertelefon der Neuen Westfälischen. „Die Altkleider waren von mir mit der Aufschrift Recyclingbörse gekennzeichnet und am Abend vor der Sammlung an die Straße gestellt worden.“ Der Sack wurde nur kurze Zeit später von einem Sprinter-Fahrer eingesackt, der nachweislich nichts mit der Recyclingbörse zu tun hatte. Ihre Nachbarin habe das
beobachtet, sich aber nicht das Kennzeichen gemerkt.

„Die Termine unserer Altkleidersammlungen und die Orte sind im Abfallkalender der Stadt Herford eingetragen“, erzählt Udo Holtkamp von der Recyclingbörse. Das würden sich dubiose Firmen zu Nutze machen in dem sie vor den Sammelfahrzeugen der Recyclingbörse unterwegs sind und vorher deren Altkleider abgreifen. Ein Phänomen, das die Herforder immer wieder registrieren.

Wie hoch der Schaden für sie ist, kann Holtkamp nicht schätzen. Bisher ist noch nicht bekannt, wer hinter solchen krummen Geschäften steckt. „Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist die Polizei bei Ermittlungen dieser Frage einmal nachgegangen, nach dem ein Fahrer gestoppt werden konnte. Die Spur führte zu einer Person, auf die Hunderte Wagen zugelassen waren und die Kontakte zu kriminellen Kreisen hatte“, so Holtkamp.

Das Sammeln und Verschiffen der gebrauchten Textilien nach Afrika ist ein Riesengeschäft für die Unternehmen. Das Sammeln, Sortieren und die Aufbereitung von Altkleidern ist auch für die gemeinnützige Recyclingbörse in Herford ein wichtiges Betätigungsfeld in dem mehr als zehn Mitarbeiter aktiv sind. Überdies werden Jacken, Hosen oder Mäntel in der Herforder Kleiderkammer wieder an bedürftige Personen abgeben.

Holtkamp bittet deshalb, die typische bedruckten Altkleidersäcke vor den Sammlungen nichts abends sondern erst morgens an die Straßen zu stellen. Und wenn möglich ein Auge auf sie zu haben – und sich vielleicht auch zu merken, wer
sie abholt. Die Sprinter der Börse sind leicht an ihrer Aufschrift und dem Herforder Kennzeichen zu erkennen.

Wie Polizeisprecher Michael Albrecht erklärt, ist für die Strafverfolger entscheidend, ob die Säcke mit einem Vermerk wie Recyclingbörse gekennzeichnet sind. „Wenn das der Fall ist und die Säcke werden von Dritten abgeholt, handelt es sich um eine Straftat.“


06.03.2015

NW: Dubiose Kleidersammler sind am Werk

Hiddenhausen. Wohltätiger Zweck oder Geschäftemacherei? Diese Frage stellen sich derzeit viele Hiddenhauser beim Anblick neuer Altkleidercontainer im Gemeindegebiet. Ohne Angabe von Namen, Hilfsorganisation oder Verwendungszweckwerbensie für die Abgabe ausrangierter Kleider – und wecken so das Misstrauen etlicher Bürger. Auch die Gemeindeverwaltung ist skeptisch und verweist auf transparentere Alternativen.

Es ist die Häufung der Sammlungen, die Vielzahl an Anbietern und die mangelnde Transparenz, die vielen Hiddenhausern sauer aufstößt. „Alle naselang“, so berichten NWLeser, würden etwa dubiose Wäschekörbe vor Haustüren abgestellt, die zur Altkleiderentsorgung genutzt werden sollen. Informationen über die Hintergründe der Sammlung aber fänden sich dort nicht.

Ähnlich verhält es sich bei einem neuen Container, der vor wenigen Tagen an der Wilhelm-Busch-Straße in Lippinghausen aufgestellt wurde. Weil auch dort weder ein Name, noch ein Verwendungszweck zu finden ist, vermuten immer mehr Menschen einen illegalen Täuschungsversuch. „Die geben sich wohltätig, machen aber in Wahrheit den großen Reibach“, meint ein Leser. Ein anderer mutmaßt, dass die Container „von findigen Geschäftsleuten aufgestellt werden und die Kleidung für gutes Geld wieder veräußert wird“.

Derlei Vermutungen kennt auch Hiddenhausens Ordnungsamtsleiter Volker Braun
zur Genüge. Wegen ihrer dichten Besiedelung sei die Gemeinde für Kleidersammler vergleichsweise attraktiv. „So müssen sie keine weiten und unwirtschaftlichen Wege zurücklegen“, sagt er. „Deswegen stellen viele Anbieter über Nacht solche Körbe oder Container auf und warten erst einmal ab, was passiert.“

Illegal aber sei das laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zunächst nicht – zumindest dann, wenn nachprüfbare Angaben über den Sammler zu finden sind. „Und wenn die Container auf einem Privatgrundstück stehen, ist zuerst der Eigentümer gefragt“, sagt Braun.

So auch im jüngsten Fall an der Wilhelm-Busch-Straße. Wer den Container dort aufgestellt habe, welchen Zweck der Anbieter verfolge oder ob er sich eine Genehmigung vom Grundstücksbesitzer oder vom Mieter vor Ort eingeholt habe,
entziehe sich seiner Kenntnis, sagt Volker Braun. „Uns blieb jetzt nichts anderes übrig, als einen Zetteln einzuwerfen, auf dem wir den Aufsteller zu einer Namens- und Adressnennung auffordern.“ Sollte eine Antwort ausbleiben, werdemanden Container entfernen.

Und das aus gutem Grund: Wie nämlich NW-Recherchen ergaben, landen tatsächlich viele der gesammelten Kleidungsstücke in Afrika – jedoch nicht aus caritativen Gründen, sondern zum Verkauf. Um das zu verhindern und gleichzeitig den sozialen Aspekt der Altkleidersammlung zu stärken, organisiert die Gemeindeverwaltung Hiddenhausen seit einigen Jahren eigenständige Altkleidersammlungen mit der Recyclingbörse.

Diese wiederum verfolgt eine andere Politik der Kleiderverwertung – und hat auch zum Thema Afrika eine vielschichtige Meinung: „Teilweise zerstören Kleiderimporte den Wäschemarkt vor Ort“, heißt es auf NW-Nachfrage. „In manchen Teilen des Kontinents sind sie aber auch die einzige Möglichkeit, an Kleidung zu kommen.“

Gleichwohl sei der Second-Hand-Markt eine globale Verwertungskette: „Die Sammelmenge übersteigt den Bedarf für soziale Zwecke“, sagt die Recyclingbörse, „deshalb vermarkten wir Überschüsse nach klaren Standards des Dachverbandes ,FairWertung’, die ökologische und soziale Aspekte abdecken.“ Somit sei eine verantwortungsvolle Verwendung garantiert.

Volker Braun bittet daher inständig, ausrangierte Kleidung stets über die Recyclingbörse zu entsorgen. Zudem gebe es auch seriöse Kleidercontainer, die auf
Gemeindegrundstücken platziert sind (siehe Kasten). „Diese dienen ausschließlich caritativen Organisationen“, versichert der Ordnungsamtsleiter.

Dazu gehöre auch das Deutsche Rote Kreuz, wie der stellvertretende Leiter des DRKKreisverbandes Herford-Land, Sven Kampeter, sagt. Ein Geschäft mache man damit nicht, stattdessen bringe man die Kleidungsstücke stets zur Verwertung ins zentrale Sortierungslager Wolfen. „Unbrauchbares wird zu Decken verarbeitet, der Rest ausschließlich für humanitäre Zwecke in Krisengebieten eingesetzt“. Zudem würden viele Hiddenhauser gezielt Stücke für die Kleiderkammern des DRK spenden.

Volker Braun kann das nur recht sein. Er weiß aus Erfahrung, dass man unseriösen oder illegalen Kleidersammlern am besten auf diese Weise entgegentritt: „Wenn sie keine Spenden bekommen, verschwinden sie schnell von alleine.“


24.01.2015

NW: Kultur für alle!

Sie kostet keinen Eintritt, besteht aus vielen unterschiedlichen Stilen, ist gemalt, behauen oder aufgehängt und wurde in mehreren Epochen gefertigt: die so genannte Kunst im öffentlichen Raum, auch Public Art genannt. Die Arbeiten beleben Straßen und Plätze, sind in Passagen oder U-Bahnhöfen zu finden. Sie wurden privat gesponsert, mit öffentlichen Zuschüssen unterstützt oder im Rahmen von Wettbewerben entschieden.

Mal ist die Kunst provokant, mal regt sie zum Nachdenken an. Dann wiederum findet man nur schwer einen Zugang, oft stimmt sie aber auch einfach nur fröhlich. Manche gehen gleichgültig und achtlos vorüber, bemerken sie nicht einmal. Andere schimpfen, streiten, seufzen angesichts von Bildern und Skulpturen, die kein Mensch versteht.

Auch im Kreis Herford gibt es in allen Kommunen Kunst, die von jedermann zu jeder Zeit besichtigt werden kann. Und da muss man auch kein renommiertes Museum Marta wie in Herford haben. Auch in Enger, Vlotho oder Löhne haben Künstler spannende Projekte verwirklicht und machen den Zug durch die Gemeinde zu einer interessanten Reise durch Kunst und Kultur. Dafür sollte man sich einfach mal die Zeit nehmen...

hil


24.01.2015

NW: Wechsel im sozialen Kaufhaus

Spenge. Vor gut sieben Jahren öffnete er erstmals seine Türen: der Cityladen der Recyclingbörse in Spenge. Vorwiegend verkaufen sogenannte Ein-Euro-Jobber gespendete Kleidung und Hausratsartikel für wenig Geld. In Vollzeit kümmert sich eine Person um die Anleitung der Mitarbeiter. Seit Kurzem ist das nicht mehr Gerhard Schröder, sondern Berit Mißner.

Schröder ist nun als Springer für die Recyclingbörse an verschiedenen Stellen tätig. Wegen einer Maßnahme für Langzeitarbeitslose im Auftrag des Jobcenters ist der Sozialpädagoge ursprünglich nach Spenge gekommen. Infolgedessen hat er auch die Leitung des Ladens zeitweise übernommen.

„Diese Maßnahme wurde jedoch zum August eingestellt“, sagt Schröder. Eine neue Maßnahme sei nicht in Sicht, erklärt Claudio Vendramin, geschäftsführender Vorstand des Trägervereins der Recyclingbörse. Daher ist Schröder nun nicht mehr in Spenge. Die Leitung hat Berit Mißner übernommen, die bereits die Recyclingbörse in Bünde geleitet hat. „Da die Fördermittel des Bundes immer weniger werden, haben wir nur eine dünne Personaldecke“, sagt Vendramin. „Da müssen wir unsere Mitarbeiter immer wieder mal verschieben.“

Trägerverein der Recyclingbörse ist der Arbeitskreis Recycling, der vergangenes Jahr sein 30-jähriges Bestehen feierte. Der Arbeitskreis ist ein gemeinnütziger, selbstständiger und unabhängiger Verein. Er nennt sich zwar „Recycling“, defekte Elektrogeräte repariert er jedoch mittlerweile nicht mehr. „Die gehen an Firmen, die auf das Recycling spezialisiert sind“, sagt Schröder. Auch das Elektrorecycling in Löhne wurde mittlerweile eingestellt.

Zur Sortierung schicken die Mitarbeiter außer Haushaltsartikeln das meiste an die Herforder Zentrale. „Die Kollegen dort schauen genau, was man wieder verkaufen kann“, sagt Schröder. Mit Preisen versehen verteilen die dortigen Mitarbeiter alles auf die Stationen in Bünde, Löhne, Bielefeld oder Spenge. Die Recyclingbörse nimmt ausschließlich Spenden an – Geld bekommt man für Ausrangiertes nicht.

In Spenge reduzieren sich die Aufgaben im Moment auf den Verkauf von gebrauchten Textilien, Büchern, kleineren Elektroartikeln und Geschirr. „In geringem Umfang bekommen wir von einem Möbelhaus auch neue Möbel mit kleinen Fehlern“, erklärt Schröder. Das sei jedoch die Ausnahme; vorwiegend würden Privatleute Ausgedientes spenden. Schröder: „Hauptkunden sind Menschen, die nicht das Geld für Neuware haben.“

Die Verkäufer sind meist sogenannte Ein-Euro-Jobber, die das Jobcenter vermittelt. Die Recyclingbörse bildet sie auch aus – etwa in Verkaufs- und Kassenschulungen. Laut Auskunft von Claudio Vendramin arbeiten in Spenge neben der neuen Leiterin vier Ein-Euro-Jobber und drei geringfügig Beschäftigte, die weniger als 400 Euro verdienen. „Teilweise verlängern wir das reguläre halbe Jahr der ,Ein-Euro-Jobber’“, sagt Schröder, „und die Mitarbeiter bekommen auch mal ein längerfristiges Arbeitsangebot – etwa für einen Minijob.“

Somit ist der Cityladen nicht nur eine Anlaufstelle für Leute mit einem schmalen Budget. Auch ist es ein Geschäft, dass Menschen ohne Job zurück in das Arbeitsleben führt.


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