Der RecyclingKunstpreis

Von 1999 bis 2007 haben wir im Zweijahres-Rhythmus den Wettbewerb RecyclingKunstpreis  ausgelobt. Zunächst auf Ostwestfalen begrenzt, wurde der RecyclingKunstpreis schließlich NRW-weit veranstaltet. Beteiligen können sich auch Schulen bzw. Schüler/innen aus OWL.

Gefragt waren  Kunstobjekte aus "Abfall", Ausschussmaterial, Produktionsresten usw. Nicht verwendet werden durften Materialien mit dem Grünen Punkt. Für ihre Arbeiten konnten sich Teilnehmer/innen auch aus dem Fundus der Börsen! bedienen.

„Ich sah nämlich den Grund nicht ein, weshalb man die alten Fahrscheine, angespülten Hölzer, Garderobennummern, Drähte und Radteile, Knöpfe und altes Gerümpel nicht ebenso gut als Material für Gemälde verwenden sollte wie die von Fabriken hergestellte Farbe“: So schrieb 1927 der Dadaist Kurt Schwitters. Für ihn war die Verwendung derlei kunstfremden Materials für Kunst sowohl eine soziale Anschauung, als auch ein künstlerisches Vergnügen.

Dieses schöne Zitat vom verborgenen Sinn weggeworfener Dinge taugte geradezu als Motto des RecyclingKunstpreises, der auf einen Vorschlag der Herforder Bildhauerin Susanne Albrecht zurück ging. Eine Idee, die auf einhelligen Zuspruch stieß, da sie unmittelbar mit dem zu tun hatte, was Aufgabe der RecyclingBörse! ist: die Sammlung und Wiederverwertung von gebrauchten Dingen aller Art.

Anlässlich der Eröffnung und Verleihung des 3. Herforder Recycling-Kunstpreis 2003 erinnerte Dr. Birgit Schulte, Kustodin des Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen, an die lange Tradition von Müll, Abfall, Recycling und Kunst: "In der Regel werden die ausgemusterten Dinge, die scheinbar ihren Wert verloren haben, gesammelt: nämlich auf Müllhalden. Auf der anderen Seite gibt es Institutionen, die eine bestimmte Kategorie von Objekten sammeln und erhalten: nämlich die Museen. Recycling-Kunst bringt beides zusammen: den Müll und das Museum.
In Museen finden wir heute zahlreiche Dinge, denen das Schicksal der Müllhalde erspart blieb, weil Künstler und Künstlerinnen sich ihrer annahmen. Angefangen bei den zitierten Kurt Schwitters und Jean Dubuffet, Pablo Picasso und Meret Oppenheim, Robert Rauschenberg und John Chamberlain, Jean Tinguely und Joseph Beuys, bis hin zu Ilja Kabakov, Dui Seid, dem Duo Winter/Hörbelt oder Nana Petzet und vielen anderen"  (zur gesamten Rede)

Für das erste Preisgeld in Höhe von 5.000 DM stiftete der Arbeitskreis Recycling e.V. die Einnahmen einer dafür veranstalteten Versteigerung von Artikeln aus den RecyclingBörsen! So wurden erstmals 1999 Künstler/innen und Schulen aus Ostwestfalen-Lippe eingeladen, sich kreativ und künstlerisch mit dem Thema „Der verborgene Sinn weggeworfener Dinge“ zu beschäftigen und ihre Ergebnisse für den RecyclingKunstpreis einzureichen.