Lokale Nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Wiederverwendung und Vorbereitung der Wiederverwendung setzt am besten am Beginn der Händlingskette an. Das Projekt Lokale Nachhaltige Kreislaufwirtschaft LoNaK hat in Kooperation eines Wertstoffhofes mit einem Wiederverwendungs- und Reparaturzentrum die Einführung der (Vorbereitung zur) Wiederverwendung modellhaft praktisch umgesetzt.
Kooperationspartner im Modellprojekt waren der Arbeitskreis Recycling e.V. / RecyclingBörse und der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld.

Vom Oktober 2010 bis September 2011 wurde Lokale Nachhaltige Kreislaufwirtschaft LoNaK von der Stiftung Umwelt und Entwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Zusammenarbeit der Projektpartner Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld und RecyclingBörse wird seither fortgesetzt.

Die Ergebnisse belegen, dass Wertstoffhöfe in Zusammenarbeit mit Wiederverwendungs- und Reparaturzentren für die Erfassung wiederverwendungsfähiger und zur Vorbereitung der Wiederverwendung geeigneter Gegenstände und Geräte eine zentrale Funktion haben und diese Aufgabe erfüllen können:

  • hier wird das Wiederverwendungspotential direkt beim anliefernden Bürger/in („eigentlich viel zu schade für den Müll“) erfragt oder erfasst
  • über die Ausgestaltung des Annahmebereichs bestehen zentrale Steuerungselemente, um die Beschädigung wiederverwendbarer Gegenstände und Geräte zu verhindern und insofern das Wiederverwendungspotential zu erhöhen bzw. auszuschöpfen.

So ist

  • bei den Elektrogeräten – sogenannter „E-Schrott“ – ein Anteil von rund fünf Prozent ohne jede Reparatur für eine Wiederverwendung geeignet
  • bei als Sperrmüll abgegebenen Fahrrädern ein Anteil um 50 Prozent wieder aufbereitbar sowie darüberhinaus ein weiterer Anteil zur Ersatzteilgewinnung nutzbar
  • bei entsprechender Sichtung und Sortierung ein beachtlicher Anteil des „Sperrmülls“ an Kleinmöbeln aller Art, an Hausrat, Deko, Werkzeug, Büchern etc. wiederverwendbar.

LoNaK hat als belastbares alltagstaugliches Modell Grundlagen, Tipps und Empfehlungen für die Einführung der Koop von Wertstoffhöfen und Wiederverwendern erarbeitet (> Ergebnisse / Tipps), die sich zur Nachahmung als Empfehlungen zum Start in eine erfolgreiche Kooperation verstehen.

Unter anderem drei > Videodokumentationen beschreiben
1. den generellen Organisationsablauf und Projekterfahrungen
2. die Prüfung von Elektrogeräten zur Weiterverwendung. Weitere Dokumente dazu finden Sie > hier.
3. sowie ein Verfahren zur Datenlöschung für wiederverwendbare PCs. Weitere Dokumente dazu finden Sie > hier.

Hintergrund des Projekts

Das EU-Abfallrecht (Abfallrahmenrichtlinie AbfRRL) und das neue deutsche > Kreislaufwirtschaftsgesetz KrWG führen mit dem Vorrang für (Vorbereitung zur) Wiederverwendung und Recycling eine > „neue Abfallhierarchie“ ein. Als > „Beispiele für Abfallvermeidungsmaßnahmen" wird u.a. die Förderung der Wiederverwendung und/oder Reparatur geeigneter Produkte durch Maßnahmen wie Unterstützung oder Einrichtung von akkreditierten Zentren und Netzen für Reparatur und Wiederverwendung genannt. Auch die Novelle der > EU-Richtlinie WEEE als Maßgabe für das nationale Gesetz zur getrennten Sammlung von Elektroaltgeräten (ElektroG) empfiehlt die Zusammenarbeit mit Wiederverwendungs- und Reparaturzentren, um Wiederverwendung zu maximieren.