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Der RecyclingKunstpreis

Seit 1999 lobt der Arbeitskreis Recycling e.V. den Wettbewerb zum RecyclingKunstpreis im Zweijahres-Rhythmus aus. Zunächst auf Ostwestfalen begrenzt, wird der RecyclingKunstpreis seit 2005 NRW-weit veranstaltet. Beteiligen können sich auch Schulen bzw. Schüler/innen aus OWL. 

Gefragt sind Kunstobjekte aus "Abfall", Ausschussmaterial, Produktionsresten ... Nicht verwendet werden dürfen Materialien mit dem Grünen Punkt. Für ihre Arbeiten können sich Teilnehmer/innen aus dem Fundus der Börsen! bedienen.

 „Ich sah nämlich den Grund nicht ein, weshalb man die alten Fahrscheine, angespülten Hölzer, Garderobennummern, Drähte und Radteile, Knöpfe und altes Gerümpel nicht ebenso gut als Material für Gemälde verwenden sollte wie die von Fabriken hergestellte Farbe“: So schrieb 1927 der Dadaist Kurt Schwitters. Für ihn war die Verwendung derlei kunstfremden Materials für Kunst sowohl eine soziale Anschauung, als auch ein künstlerisches Vergnügen.

Dieses schöne Zitat vom verborgenen Sinn weggeworfener Dinge taugte geradezu als Motto des RecyclingKunstpreises, der auf einen Vorschlag der Herforder Bildhauerin Susanne Albrecht zurück geht. Eine Idee, die auf einhelligen Zuspruch stieß, da sie unmittelbar mit dem zu tun hat, was Aufgabe der RecyclingBörse! ist: die Sammlung und Wiederverwertung von gebrauchten Dingen aller Art.

Anlässlich der Eröffnung und Verleihung des 3. Herforder Recycling-Kunstpreis 2003 erinnerte Dr. Birgit Schulte, Kustodin des Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen, an die lange Tradition von Müll, Abfall, Recycling und Kunst: "In der Regel werden die ausgemusterten Dinge, die scheinbar ihren Wert verloren haben, gesammelt: nämlich auf Müllhalden. Auf der anderen Seite gibt es Institutionen, die eine bestimmte Kategorie von Objekten sammeln und erhalten: nämlich die Museen. Recycling-Kunst bringt beides zusammen: den Müll und das Museum.
In Museen finden wir heute zahlreiche Dinge, denen das Schicksal der Müllhalde erspart blieb, weil Künstler und Künstlerinnen sich ihrer annahmen. Angefangen bei den zitierten Kurt Schwitters und Jean Dubuffet, Pablo Picasso und Meret Oppenheim, Robert Rauschenberg und John Chamberlain, Jean Tinguely und Joseph Beuys, bis hin zu Ilja Kabakov, Dui Seid, dem Duo Winter/Hörbelt oder Nana Petzet und vielen anderen"  (zur gesamten Rede).  

Für das erste Preisgeld in Höhe von 5.000 DM stiftete der Arbeitskreis Recycling e.V. die Einnahmen einer dafür veranstalteten Versteigerung von Artikeln aus den RecyclingBörsen! So wurden erstmals 1999 Künstler/innen und Schulen aus Ostwestfalen-Lippe eingeladen, sich kreativ und künstlerisch mit dem Thema „Der verborgene Sinn weggeworfener Dinge“ zu beschäftigen und ihre Ergebnisse für den RecyclingKunstpreis einzureichen.