Kategorie: RecyclingBörse 2003
Recycling-Börse antwortet auf die Vorwürfe des Fachverbands Textil-Recycling
Die in der Lokalpresse verbreitete Kritik des Fachverbands Textil-Recycling, mit der im Januar angelaufenen Kleidersammlung würde man „den Recyclingbetrieben Waren wegnehmen“ und damit „Arbeitsplätze vernichten“, weist der Arbeitskreis Recycling entschieden zurück. Da wird doch ein Popanz aufgebaut, hinter dem nichts anderes steckt als der Versuch zur Abschottung des Altkleidermarkts. Dabei zeigt sich schon nach drei Wochen täglicher Abfuhr der „Blauen Säcke“, dass das Volumen abgegebener Kleider sich vervielfachen wird. Das Potenzial in Herford ist bisher also nicht ausgeschöpft worden. Somit kann die Recycling-Börse ihren gewerblichen Konkurrenten nicht das wegnehmen´, was jene ohnehin nicht zu erfassen in der Lage sind, und kann insofern Arbeitsplätze für Arbeitslose und Sozialempfänger schaffen, die ohne dies erst gar nicht geschaffen worden wären. Aber selbst wenn: die Recycling-Börse ist ein anerkannter gemeinnütziger Träger mit dem Auftrag, die Beschäftigung von Personen zu fördern, die keine oder nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben – auch nicht bei den gewerblichen Recyclingbetrieben. Insofern: Wo ist das Problem, dass es beides gibt, die Gewerblichen wie die Gemeinnützigen beim Recycling? Wenn die Recycling-Börse nun eine so großartige Sammlungsquote erreicht, dann nicht aus Gründen der Verdrängung von Konkurrenten (so viel Macht haben wir sowieso nicht), sondern weil wir eben gute Arbeit machen, den Großteil der eingegangenen Altkleider in unseren eigenen Secondhand-Kaufhäusern anbieten und besonderen Wert auf Transparenz unseren Kunden gegenüber legen. Deshalb sind wir Mitglied des Dachverbands FairWertung. Und deshalb verweisen wir in unseren Informationen auch auf die traditionelle Kleidersammlung, die das Rote Kreuz zweimal im Jahr in Herford durchführt. Es ist dies eine Transparenz und Ehrlichkeit, die so manche gewerblichen Recyclingbetriebe bzw. deren Sammler vermissen lassen. Zum Beispiel die letzten beiden Sammlungen in Herford, deren Informationszettel in zahlreiche Briefkästen landeten: Die eine von einem sog. „Sammelbüro Düsseldorf“, das weder im Telefonbuch noch in den Gelben Seiten zu finden ist. Der einzige Verweis auf den Urheber ist eine Handy-Nummer. Ein nicht gerade seriöses Ding – abgesehen davon, dass sich unter dieser Nummer sowieso niemand meldet.Ä hnlich auch bei der Sammlung zu Gunsten eines sog. „Pater Rodriguez“: Wer da sammelt, wird sogar ganz verschwiegen, und selbst bei der angegebenen ‘Telefonnummer bekommt man nach 2 x Klingeln – immerhin– das Piepen eines Faxgeräts. Erst recht bleibt im Dunkeln, wohin die Spendenerlöse durch die Altkleidersammlungen fließen. Die eine spricht nur allgemeinvon „verschiedenen caritativen Organisationen im In- und Ausland“, bei der anderen heißt es nur, „den Ärmsten der Armen zu helfen“. Dabei hatte die katholische Kirche schon vor mehreren Jahren öffentlich erklärt, man kenne keinen „Pater Rodriguez“ im Priestergewand, und von Spenden für diese dubiose Altkleidersammlung abgeraten. Auch im Internet findet sich gar nichts über Person und Wirken dieser selbsternannten „Mutter Theresa von Asien“. Dessen ungeachtet werben anonyme Unternehmen bis heute unverdrossen für Kleiderspenden für einen angeblich guten Zweck. Kein Wunder, dass der Dachverband FairWertung leider immer wieder Anlass hat, derlei Machenschaften publik zu machen und die spendenbereiten Bürger vor solchen Straßensammlungen zu warnen. Aber hat man jemals gehört, dass der Fachverband Textil-Recycling seinerseits etwas gegen solch dubiosen Sammler hat, die ja zu den Zulieferern für die gewerblichen Altkleiderverwerter gehören? Nein. Dafür wirft man lieber Initiativen wie die Recycling-Börse vor, den Markt kaputtzumachen und damit Arbeitsplätze zu vernichten. Gewiss war 2002 ein „Krisenjahr“ für die Branche, wie man im jüngsten Marktbericht des Verbands lesen kann; aber unter den dort aufgeführten Gründen findet sich kein einziger Hinweis auf angeblich geschäftsschädigende Aktivitäten gemeinnütziger Vereine. Wie gesagt: Da wird doch ein Popanz aufgebaut, hinter dem in der Tat nichts anderes steht als der Versuch zur Abschottung des Altkleidermarkts.