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17.08.2004
Kategorie: RecyclingBörse 2004

Herforder Kreisblatt vom 17. 8. 2004


News! Das Infoportal NETZ-NRW über 20 Jahre RecyclingBörse Sein 20-jähriges Bestehen feierte ein Verein in Herford, der mit großem Erfolg die Wiederverwertung gebrauchter oder weggeworfener Sachen betreibt und damit zum größten Träger von Beschäftigungsmaßnahmen im Kreis geworden ist: der gemeinnützige Arbeitskreis Recycling e.V. mit seinen RecyclingBörsen in Herford, Bünde und Löhne sowie seit kurzem auch in Bielefeld. Ein Blick zurück in Anfangszeit: Die Müllberge wachsen und wachsen, Mülldeponien sorgen für zunehmend Ärger, neue Großdeponien werden geplant und auch der Bau einer Müllverbrennungsanlage für Bielefeld und Herford. Zu dieser Zeit verbreitete sich die Einsicht in die ökologische Bedeutung der Müllvermeidung und damit auch der Wiederverwertung von Sachen, die sonst in den Müll geraten würden. So auch in Herford, wo Umweltaktivisten und Arbeitslose einen Verein gründeten und 1984 ein erstes Gebrauchtmöbellager an der Wittekindstraße eröffneten.
Das Ziel: der Aufbau eines Netzes für Recycling, die Schaffung von Arbeitsplätzen und umweltpolitische Aufklärung auch mittels Kunst und Kultur. Aus dem damals recht ´alternativ´ erscheinenden Gebrauchtmöbellager mit sechs Plätzen für „Arbeit statt Sozialhilfe“ wurde 1986 die erste RecyclingBörse im Gebäude einer ehem. Möbelfabrik an der Heidestraße. Der Auftakt zum schrittweisen Aufbau eines kreisweiten Systems der Sammlung, Wiederverwertung und Wiederverkauf weggeworfener Sachen. Zugleich erweiterte sich die RecyclingBörse als Stätte für Ausbildung, Qualifizierung und berufliche Integration von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern.
Die weiteren Etappen in Stichworten:

Erstmalige Ausbildung zur Ver- und EntsorgerIn, Fachrichtung Abfall.
Vertrag mit dem Kreis Herford zur Entsorgung des Elektroschrotts. Einrichtung eines Entsorgungsfachbetriebs in Löhne und Beginn der mobilen Sammeltätigkeit an rund 20 Stellen im gesamten Kreisgebiet.
Eröffnung zweier Filialen der RecyclingBörse in Bünde und in Löhne.
Erster Recycling-Kunstpreis.
Eröffnung eines City-Ladens der RecyclingBörse in der Herforder Innenstadt, ein Jahr später umgezogen in ein doppelt so großes Ladengeschäft.
Beginn der regelmäßigen Abfuhr von Altkleidern („Blauer Sack“), zeitgleich zur Leerung der „Blauen Tonne“ für Altpapier.
Eröffnung der RecyclingBörse Bielefeld.
Seit Bestehen des Vereins haben rund 1.200 Personen an den verschiedenen Arbeits- und Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen. Unzählbar sind die vielen Kunden, die in den Secondhandläden der RecyclingBörse einkaufen, unzählbar auch die Sachspenden von Bürgern, die regelmäßig abgegeben bzw. abgeholt werden.
Ebenfalls seit 20 Jahren läuft das soziale und kulturelle Engagement der Börse – ob mittels Beteiligung an Hilfsaktionen oder Stadtfesten, durch Unterstützung kultureller Aktivitäten oder eigene Veranstaltungen wie vor allem der Recycling-Kunstpreis, der im nächsten Jahr zum vierten Mal ausgelobt werden wird.
Bei der Festveranstaltung zum Börsen-Jubiläum betonte Herfords Bürgermeister Thomas Gabriel, dass es auch in Zukunft einen „zweiten Arbeitsmarkt“ wird geben müssen und deswegen gemeinnützige Einrichtungen wie die RecyclingBörse unverzichtbar sind. Sie ist, wie Landrätin Lieselotte Curländer in einem Grußwort für den neuen Flyer der Börse geschrieben hat, „für viele Menschen ein wichtiger Meilenstein für ihr Leben, weil durch sie der Weg heraus aus der Langzeitarbeitslosigkeit und Sozialhilfeabhängigkeit führt“. Auch darüber hinaus sei „die RecyclingBörse mit ihren Aktionen fester Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens im Wittekindskreis geworden“.