2014


02.10.2014

WB: Aus Alt mach Neu

Bielefeld(JaD). Die Recyclingbörse in der Blomestraße hat ihr Sortiment durch eine Kooperation mit dem gemeinnützigen Inklusionsbetrieb »Arbeit für Menschen mit Behinderungen« (AfB) erweitert: Seit Freitag bietet sie auch hochwertige Computer, Monitore, Smartphones, Drucker oder Notebooks aus zweiter Hand an.

Die AfB bereitet an europaweit 13 Standorten gebrauchte IT-Systeme großer Unternehmen auf. Nun werden die überarbeiteten Geräte auch in der Bielefelder Recyclingbörse verkauft. »Wir haben ein bundesweites Netzwerk mit Gewerbebetrieben wie Arvato oder Dr. Oetker, die ihre IT regelmäßig frühzeitig austauschen«, erklärt Juij Deperschmidt, AfB-Niederlassungsleiter in Hannover. »Damit helfen wir der Umwelt und gleichzeitig stellen wir bedürftigen Menschen vor Ort hochwertige Geräte zur Verfügung.«

Der 2004 gegründete Betrieb bietet heute 200 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen und Langzeitarbeitslose. »Seitdem gingen 240 000 IT-Geräte durch unsere Hände, wovon 85 Prozent wiederverwendet werden konnten«, sagt Deperschmidt. Claudio Vendramin, Vorstand des Vereins Arbeitskreis Recycling, freut sich über die Zusammenarbeit: »Diese Qualität bekommt man sonst nicht. Das ist ein zusätzliches Angebot.«

Die Partner einen die gemeinsamen Ziele: Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen und Langzeitarbeitslosen sowie Umweltschutz durch nachhaltiges Recycling der Ressourcen. Ein Anliegen, das auch von der Bielefelder Umweltdezernentin Anja Ritschel besonders betont wird: »Den Deutschen wird nachgesagt, dass sie Weltmeister im Mülltrennen seien. Doch leider sind die Industrieländer auch Weltmeister in der Produktion von Elektromüll.« Die Kooperation
von Recyclingbörse und AfB trage dazu bei, dieses Problem zu reduzieren.


09.09.2014

NW: Erster Preis für Herforder "CreMa"-Team

Herford. Die Teilnehmer des Qualifizierungsprojektes "CreMa" (Creativ-Manufaktur) konnten jetzt die Siegerurkunde des Wettbewerbs "Innovative und nachhaltige Objekte oder Großkostüme" entgegen nehmen. Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Bielefelder "Carnivals der Kulturen" organisiert.

Das Projekt überzeugte die Jury in allen Wertungskategorien, darunter "Kreativität", "handwerkliche Umsetzung" und - sämtliche eingesetzte Materialien stammten aus dem Recycling - "Nachhaltigkeit". Den Kurs CreMa gibt es seit 2011. Er ist eine Maßnahme des Jobcenters Herford unter der Trägerschaft des Arbeitskreises Recycling. Es handelt sich um langzeitarbeitslose Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Ziel ist unter anderem, diese Teilnehmer zu motivieren, einen besseren Schulabschluss zu absolvieren, oder die Vorbereitung auf Berufstätigkeit.


09.09.2014

WB: Linux-Gruppe feiert Zehnjähriges

Herford(HK). Seit zehn Jahren trifft sich die »GNU/Linux User Group« in Herford. Die Teilnehmer geben sich Hilfestellung im Umgang mit dem freien Betriebssystem Linux und erklären Anfängern die ersten Schritte. Jeden zweiten Mittwoch im Monat um 19 Uhr treffen sich die Teilnehmer in der Recyclingbörse Herford. An diesem Mittwoch feiert die Gruppe ihr zehnjähriges Bestehen. »In der Regel kommen zehn bis 15 Interessierte – vom Studenten bis zum Rentner«, sagt Gründer Sven Kalinowski. Aktuell arbeite die Gruppe an einem Freifunk-Projekt. »Wir wollen in der Innenstadt kostenlosen Internetzugang schaffen«, sagt Kalinowski. Um ein flächendeckendes Netzwerk kostenloser Internetzugänge zu bekommen, müssten möglichst viele Geschäftsleute Router zur Verfügung stellen.


08.09.2014

Geschichtsfest in Rödinghausen

Am Samstag, den 06.09. und am Sonntag, den 07.09. fand das Geschichtsfest in Rödinghausen statt. Auch die RecyclingBörse! hatte dort einen Stand. Bei uns konnten sich die Leute verkleiden und ein Erinnerungsfoto machen lassen.

Da der Drucker seinen Dienst schon am Samstag Vormittag versagte, konnten wir keine Fotos direkt vor Ort ausdrucken. Stattdessen haben wir die Fotos gemacht und sie per E-Mail oder per Post verschickt.

Allen Beteiligten nochmals herzlichen Dank fürs mitmachen und viel Freude mit den Fotos! Hier eine Auswahl der Fotos (leider haben nicht alle Fotos Platz auf der Webseite).


27.08.2014

NW: Recycling-Börse feierte Geburtstag

Herford. Vor 30 Jahren eröffnete die Recycling-Börse ihre Pforten. Was als kleiner Verein begann, hat sich mittlerweile zu einem Arbeitgeber im Kreis Herford und in Bielefeld entwickelt mit 150 festen und wechselnden Mitarbeitern. Sie feierten ihr Jubiläum jetzt mit einem Straßenfest.

Wer Gebrauchtes in gutem Zustand für kleines Geld erwerben möchte, der kann sich in der Recycling-Börse an der Heidestraße umtun. Wohl geordnet gibt es zu kaufen, was andere Leute dort abgegeben haben.

Wie ein Berg an Kleidung allerdings auf dem Straßenfest präsentiert wurde, das hatte schon etwas Besonderes: Zu flotten Poprhythmen flanierten Mitarbeiter der Recyclingbörse über die Laderampe und zeigten mal im Catwalk-Schritt, mal lässig getanzt, wie man sich günstig, sexy und attraktiv ins rechte Licht setzen kann.

Von knalligen High Heels über enge Leggings, Herrenjacken und Hosen bis zu Sportbekleidung und Sommerhüten war alles im Angebot.

Claudio Vendramin vom Vorstand der Recycling-Börse wusste das zu deuten: "Wenn ich die vielen schönen Klamotten hier sehe, dann weiß ich jetzt schon: Am Mittwoch ab zehn Uhr ist hier wieder Rushhour, und im Nu ist alles weg."

Gewaltige 120 Tonnen allein an Kleidung schlägt die Börse jährlich um. Das sind fast zweieinhalb Tonnen pro Woche. Wie für sämtliche andere Ware gilt auch hier: Aufgefüllt werden die Depots am Montag und Dienstag, und ab Mittwoch ist Verkauf. Vendramin: "Wir nehmen nur saubere Kleidung und bewahren sie drei Wochen lang auf. Das, was nicht weggeht, wird weiter verarbeitet, zu unseren begehrten Taschen zum Beispiel."

Denn im Weiterverarbeiten sind Leute der Recyclingbörse besonders kreativ. Was das bedeutet, zeigte Arkadius Quittek mit seinem ungewöhnlichen Gefährt: eine Art römischer Streitwagen, ein Fahrradgestell und zwei kleine Plüschpferde als Zugtiere.

Er erklärt: "Das haben unsere Mitarbeiter in der Creativmanufaktur zusammengebaut. Darunter verbirgt sich ein altes Klapprad. Wir waren damit beim Karneval der Kulturen in Bielefeld, ein sehr großer Spaß." Die Freude war bereits im vergangenen Jahr groß. Da hatte die Creativmanufaktur nämlich von den Veranstaltern einen Sonderpreis für originelle fahrbare Untersätze zugesprochen bekommen. Angesichts der fantasievollen Gestaltung des Streitwagens war der Preis mehr als gerechtfertigt.

Wie es sich für ein Straßenfest gehört, gab es auch einen Flohmarkt, auf dem man für wenig Geld Schnäppchen ergattern konnte: Tassen, Kleidung, Kinderspielzeug und Technik standen zum Verkauf.

Neben anderen sorgte die hauseigene BAV-Plus Band mit Frontmann Achim Strasas für Unterhaltung. Sie spielte zur Freude der Zuschauer Hits aus den 1970er Jahren bis heute.

© 2014 Neue Westfälische
09 - Herford, Mittwoch 27. August 2014


25.08.2014

wb: Von Kleidung bis Kultur

Herford(wst). Bunt und gut gelaunt, mit viel Musik und Kreativität, aber auch etwas schräg hat am Sonntag die Recycling-Börse ihren 30. Geburtstag gefeiert. Dabei zeigte sich der Spätsommer von seiner besten Seite.

So konnten die zahlreichen Besucher der Party auf dem Betriebsgelände der Börse in der Heidestraße neben einem abwechslungsreichen Programm auch die Sonne und den blauen Himmel genießen.

Welche textilen Schätze sich im Fundus der Kleiderläden verbergen, zeigte die Modenschau der Mitarbeiter. Sie traten in eleganten Abendkleidern und schicken Kostümen auf. Erstaunlich aber war die Auswahl an Mützen, Masken und Perücken, die das Publikum zu sehen bekam.

Für Stimmung schon am Vormittag sorgte die Band Bav Plus, deren Mitglieder zum überwiegenden Teil für die Recycling-Börse arbeiten oder gearbeitet haben. Ihr Repertoire bestand aus den großen Hits der Pop- und Rockmusik der 60er, 70er und 80er Jahre. Im Anschluss daran zeigten die jungen Leute, die im Rahmen der ARGE-Maßnahme »Cremer« bei der Recycling-Börse auf die Arbeitswelt vorbereitet werden, was musikalisch in ihnen steckt. Denn zu dem Projekt gehören auch regelmäßigen Proben der Teilnehmer mit dem Musiker Christian Presch, der mit der Band unter anderen »Seven Nations Army« und »What's up« einstudiert hat.

1984 ging die Recycling-Börse als Arbeitskreis in Herford an den Start. Ihren derzeitigen Standort an der Heidestraße bezog sie zwei Jahre später. 1994 gründete sie zwei weitere Niederlassung in Bünde und Löhne, später kamen noch City-Läden in Herford (Radewig) und Bielefeld dazu. Neben dem Verkauf gebrauchter Textilien und Möbel ist das zweite Standbein der Einrichtung das Recyceln von Elektroschrott.

Außerdem erstreckt sich das Engagement der Börse von Anfang an auch auf Kunst und Kultur.

Am Standort Heidestraße beschäftigt das Unternehmen 45 fest angestellte Mitarbeiter, rund 100 weitere sind Teilnehmer verschiedener Beschäftigungsmaßnahmen.


24.07.2014

NW: Experten für Ausgedientes

Kreis Herford. "Meine Herren, wo kann ich das hier loswerden?" ruft eine Frau schon beim Aussteigen und schwenkt ein Kofferradio. "Na dann kommen Sie mal hier rüber", antwortet einer der Mitarbeiter. Er geht mit einigen Kollegen zum Auto der Dame und hilft die hier noch verstauten Dinge auszupacken. Mit vier Lkw und zwei Sprintern macht die Herforder Recyclingbörse wieder einmal auf dem Jahnplatz in Enger Station, und die Fahrzeuge sind am Ende der dreistündigen Sammelaktion gut gefüllt.

Noch ehe sich die Autoflotte der Börse auf dem Jahnplatz in Position gebracht hat, sind schon "Kunden" da. "Die Ersten stehen um 14.30 Uhr hier, um dann schnell wieder fahren zu können", wissen die Mitarbeiter. "Auf diesem Platz lässt sich der ganze Autoverkehr leichter koordinieren als etwa auf dem Bauhof an der Spenger Industriestraße." Dort stauen sich die Pkw oft lang zurück. "Hier ist halt mehr Platz."

Die Anzahl der Kunden dürfte ähnlich sein. "Anfangs geht es Schlag auf Schlag. Dann wird es weniger", wissen die Männer aus Erfahrung. Neun Börsen-Mitarbeiter sind mit sechs Fahrzeugen vorgefahren. "Und die brauchen wir auch", unterstreichen sie. Manch schwere Elektrogeräte müssen zu zweit getragen werden. "Und manche bringen ja eine Menge Sachen zu uns", berichten die Männer. "Und Sie sind immer nett und sehr hilfsbereit", lobt eine Frau, die mit einer Ladung Elektrogeräte vor fährt. "Wenn es diese Aktion der Recyclingbörse nicht gäbe, dann wären unsere Wälder
sicher schon total vermüllt", ist sie sicher.

"Leider ist die Bereitschaft zur illegalen Entsorgung immer noch sehr hoch - obwohl es teilweise empfindliche Strafen dafür gibt", kann sich ein Mitarbeiter nur wundern. "Vermutlich sind die Strafen noch nicht hoch genug."

Dabei könne jeder die ausrangierten Dinge des täglichen Bedarfs - in haushaltsüblichen Mengen - doch problemlos bei der Sammlung abgeben. "Da helfen wir doch sogar noch beim Ausladen." Einmal hätten zwei Kunden an die 20 Computer bei einer Sammlung abgeben wollen. "Aber das geht dann nicht. Ausgediente Geräte in dieser Mengen sollten direkt zur Zentrale nach Herford gebracht werden, dann wird auch eine Gebühr fällig", so die Erklärung.

Im Minutentakt fahren immer neue Autos vor. Ventilatoren, jede Menge Rechner und Bildschirme, Fernsehgeräte und Radios, Wandbilder und Blumenvasen, Geschirr und Porzellan kommen zum Vorschein und werden auf den Lastern vorsortiert und verstaut. Aber auch Geschirrspüler, Kühlschränke, Kaffeemaschinen und Gefrierschränke werden ausgeladen und mit der Sackkarre mit Schwung auf die Hebebühne eines Lkw gewuchtet.

"Das ist das Wasser von Enger", sagt ein Kunde lachend, als er den Deckel eines Wasserkochers öffnet und eine dicke Kalkschicht im Innern des Gerätes sichtbar wird. "Die konnten wir nicht mehr auflösen." Ein neues Gerät musste her.

Eine Frau bringt ein Warndreieck und einen Wagenheber. "Diese Sachen haben uns die Kinder dagelassen", erzählt sie lachend. Sie habe keine Verwendung mehr dafür.

Ein anderer Kunde bringt Mikrophone, Lautsprecher, Regelgeräte und Kisten voller Kabel. "Hat dein Auto einen Keller?" fragt ein Börsen-Mitarbeiter lachend. "Da hast du aber gut gepackt", sagt er augenzwinkernd und packt mit an, das ausgediente Musik-Equipment aus dem Wagen zu holen und in die Gitterboxen auf dem Laster zu packen.

Das ist Schwerarbeit, nach knapp einer Stunde steht den Männern der Schweiß auf der Stirn. "Ich habe frische Sachen dabei, aber es lohnt nicht sich umzuziehen. Dann sehe ich bald wieder genauso aus."

Drei Stunden lang ist die Recyclingbörse vor Ort und packt die Autos voll. "Aber es dauert nur zehn Minuten, um sie wieder abzuladen." Dann komme ein Gabelstapler zum Einsatz.

In Herford wird dann sortiert, repariert oder auch recycelt. "Vieles findet einen neuen Besitzer. Und wir hoffen immer, dass so viel wie möglich noch mal in den Umlauf gebracht werden kann."

"So einige Sachen könnte ich direkt von hier wieder mitnehmen", sagt eine Engeranerin schmunzelnd. Ein Wandbild gefällt ihr beispielsweise ausgesprochen gut. "Das hat was." Nun wird sie es im Stammhaus in Herford versuchen und
es dort vielleicht erstehen.

"Diese Aktionen der Recyclingbörse sind doch eine Superidee. Ich habe schon so vieles hierher gebracht", sagt eine Engeranerin, die offenbar Stammkundin hier ist. "Manchmal muss ja mal aussortieren, sonst kann man sich irgendwann in den eigenen vier Wänden nicht mehr drehen und wenden." Sie selber könne sich gut von Dingen trennen. "Aber mein Mann darf nicht wissen, dass ich hier bin", sagt sie schmunzelnd.

© 2014 Neue Westfälische
09 - Herford, Donnerstag 24. Juli 2014


03.07.2014

NW: Minister lobt Arbeit der Recyclingbörse

Herford. Anlässlich ihres 30. Geburtstags besuchte NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Recyclingbörse in Herford.

"Die Recyclingbörse ist in NRW wie auch bundesweit eine der ambitioniertesten Einrichtungen in der Ressourcenschonung durch Wiederverwendung und Recycling", erklärte der Minister. "Aus einem Kellerkind mit einem Möbellager und Altpapier-Sammelkeller vor 30 Jahren wurde zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Arbeitslose im Laufe der Jahre ein beispielhaftes gemeinnütziges, dabei "marktorientiertes" Unternehmen entwickelt. " Die Recyclingbörse war 1984 von Arbeitslosen gegründet worden. Erste Einrichtung: ein "Möbellager" für gebrauchte Einrichtungsgegenstände an der Wittekindstraße in Herford.

Immer wieder würden zur Ressourcenschonung durch Wiederverwendung "überregional Schritt machende und viel beachtete Projekte" entwickelt", so Remmel weiter.

Ob mit dem RecyclingDesignpreis zur Förderung der Ressourcenschonung im Produktdesign oder mit Kooperationsmodellen wie "Lokale Nachhaltige Kreislaufwirtschaft" zur Zusammenarbeit von Wiederverwendungszentren mit Entsorgungsträgern oder der Entwicklung "RECOM", dem aktuellen Projekt zur Wiederverwendung und Ressourcenschonung in regionalen Netzwerken. "Durch Weiterverwendung und Aufbereitung zur Wiederverwendung von Produktgruppen wie Elektrogeräten, Möbeln, Textilien oder Hausrat wird eine deutlich verbesserte Ressourcenschonung im Sinn der deutschen und europäischen Umweltziele erreicht. Das ist ein Beitrag auch zum praktischen Klimaschutz. Die ökologische Abfallwirtschaftsplanung des Landes verfolgt genau auch diese Ziele", so der NRW-Umweltminister.


01.07.2014

WB: Zum Geburtstag ein Minister

Herford(wst). Anlässlich ihres 30. Geburtstages konnte sich jetzt die Recycling-Börse in Herford über hohen Besuch freuen: Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90 / Die Grünen) legte auf dem Weg nach Bielefeld, wo er am Nordrhein-Westfalen-Tag teilnahm, einen Stopp bei der Börse ein. Dort stellten ihm die Vorstandsmitglieder Claudio Vendramin und Udo Holtkamp die Recycling-Börse vor, am anschließenden Gespräch nahmen auch Herfords Bürgermeister Tim Kähler und Andreas Henke, verantwortlich für die Abfallwirtschaft des Kreises Herford, teil. »Die Recycling Börse ist landes- wie bundesweit eine der ambitioniertesten Einrichtungen in der Ressourcen-Schonung durch Wiederverwendung und Recycling« stellte Minister Remmel anschließend fest. »Aus einem ehemaligen Kellerkind mit Möbellager und Altpapier-Sammelstelle entstand innerhalb von 30 Jahren ein gemeinnütziges und dabei gleichzeitig auch marktorientiertes Unternehmen«, so der Minister.

Beeindruckt zeigte sich der Landespolitiker von den Projekten, mit denen die Recycling-Börse sich bundesweit einen Namen gemacht hat, wie die Kooperation »Lokale Nachhaltige Kreislaufwirtschaft« oder »Recom«, dem aktuellen Projekt zur Wiederverwendung und Ressourcenschonung in lokalen Netzwerken.


28.06.2014

NW: Ein Pavillon aus Lattenrosten

Herford. Ein Jahr lang beschäftigten sich Kinder der dritten und vierten Klassen der Grundschule Falkstraße mit dem Bau von Möbeln aus Abfall. "Rethink - Recycling!" hieß das von Designer Oliver Schübbe geleitete Projekt im Offenen Ganztag, dessen Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden.

Recyclingspezialist Schübbe war schon einmal über das aus Landesmitteln finanzierte Projekt Kultur und Schule an der Falkstraße zu Gast gewesen. Diesmal entstand ein Pavillon aus alten Lattenrosten mit einem Sonnenschutzdach aus Kunststoffresten. Er steht jetzt auf dem Schulhof und beschattet ein paar Bänke mit kunststoffbeschichteten Polstern, die beim letzten Mal entstanden waren. "Obwohl sie über zwei Winter ungeschützt im Freien standen, sind die noch sehr gut in Schuss", staunt Schübbe.
Das Material für den Pavillon spendete die Recyclingbörse, die die Schüler auch besuchten. "Die Gruppe sollten sehen,
wo das Material herkommt, wie viel Abfall entsteht und dass vieles davon nochnutzbar ist", sagte Schübbe.

In der Recyclingbörse stießen die Schüler auch auf Schilder mit den Ortsnamen der am Hansetag 2013 beteiligten Gruppen aus einem Verbundmaterial aus Aluminium und Kunststoff, das sich nicht trennen und somit kaum recyceln lässt. "Das lässt sich nur wegschmeißen oder einer neuen Nutzung zuführen", sagt der Designer. Er entschied sich für Letzteres, und so entstand eine Hockerserie mit Städtenamen und gepolsterter Sitzfläche. Einen erhielt Schulleiterin Silke Leuchter geschenkt.

Schübbe und die Schüler konnten Werkzeug aus der Schulausstattung verwenden. Leider werde es nur selten noch benutzt, weil kaum noch Werkunterricht erteilt werde.

© 2014 Neue Westfälische
09 - Herford, Samstag 28. Juni 2014


17.06.2014

NW - RecyclingBörse verschenkt Fahrräder: Radeln für die Unabhängigkeit

Kreis Herford. In Deutschland gehört das Radfahren zu den Dingen, die bereits als Kind gelernt werden. Für Hanife Yildiz und viele andere Frauen mit Zuwanderungsgeschichte ist es jedoch ein großer Schritt in die Selbstständigkeit: In einem Kurs der Integrationsagentur, des Kreises Herford und der Bike Arena Benneker konnten Yildiz und ihre 22 Mitschülerinnen jetzt das Radfahren lernen.

"Es ist sehr schwer, das Fahren zu begreifen, aber ich möchte es lernen", sagt Hanife Yildiz. Die 49-Jährige lebt seit 34 Jahren in Deutschland. Bisher fehlte ihr die Zeit, sich  dem Radfahren zu widmen. In ihrer Heimat, der Türkei, hat sie es nie gelernt: "Die Straßen sind sehr schlecht", sagt sie. Einige Male ist sie während des Kurses schon gestürzt, doch der Wille, es endlich zu beherrschen, war größer, deshalb stieg Yildiz wieder auf: "Ich würde Ausflüge mit dem Fahrrad unternehmen", sagt die 49-Jährige.

Auch Alevtina Gossen hat nie Radfahren gelernt. In Sibirien herrschte dafür zu viel Verkehr: "Mein Mann kann gut fahren. Er hat es damals von deutschen Siedlern gelernt", erzählt Gossen. Auch sie wollte es endlich lernen: Inzwischen kann sie bereits treten und bremsen - nur mit dem Anfahren hakt es noch etwas. Mit dem Fahrrad möchte sie in Zukunft zum Einkaufen und zur Arbeit radeln.

Diese Strecken hat auch Surriya Faqraz im Sinn: "Die Bustickets sind sehr teuer. Wenn ich die Strecke mit dem Rad fahren könnte, würde ich viel Geld sparen", so die 40-Jährige. In ihrer Heimat Pakistan dürfen Frauen kein Fahrrad fahren - auch das Fahren von Auto und Motorrad ist den Männern vorbehalten. Doch nicht nur deshalb ist es für Faqraz etwas ganz besonderes: "Das wäre mein erstes Hobby und gerade deswegen möchte ich es unbedingt lernen."

Doch das ist gar nicht so einfach: "Kinder begreifen das viel schneller. Die Frauen zeigen jedoch so viel Willen, dass auch sie schnell gelernt haben", sagt Heike Benneker.

Als sie die Anfrage erhielt, den Kurs zu leiten, dachte sie zunächst an einen Scherz: "Bei uns kann schließlich jeder Radfahren. Als ich mehr über die Situation der Frauen erfuhr, war ich sofort dabei. Ich helfe gerne und gebe mein Wissen weiter", sagt Benneker. Der Kursaufbau ist derselbe wie bei den Kursen für Kinder: "Auf Rollern lernen sie zunächst ihr Gleichgewicht zu kontrollieren, bevor es auf ein Fahrrad ohne Pedale geht", erzählt Benneker.

Wie auf einem Laufrad koordinieren die Fahrschüler dann Lenken und Gleichgewicht,  bevor sie das eigentliche Fahren erlernen: "Heute ist die sechste Stunde und beinahe alle können fahren. Jetzt müssen sie nur noch lernen, wie sie ihr Fahrrad führen und anhalten", sagt Benneker und erzählt, dass sich viele der Frauen noch etwas verängstigt an ihre Lenker krallen. "Das legt sich aber. Gleich fahren wir eine kleine Wallrunde, in der alle das Erlernte einmal anwenden können", sagt die Trainerin.

Maryam Naggar vom Deutschen Roten Kreuz freut sich über die große Nachfrage: "Es haben sich so viele Frauen angemeldet, dass wir sie in zwei Kurse aufgeteilt haben." Gründe für die fehlende Kenntnis im Fahrrad fahren sieht die Gleichstellungsbeauftragte Ella Kraft in den Kulturunterschieden: "In vielen Ländern gehört es einfach nicht dazu, Radfahren zu lernen."

Kommen die Frauen nach Deutschland sehen sie Kinder und Erwachsene radeln und verspüren oft den Wunsch, dies selbst zu können: "Deswegen haben wir vor fünf Jahren den ersten Kurs in Bünde angeboten", sagt Thomas Nieling.

Der Fahrradbeauftragte des Kreises freute sich, mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft "Fußgänger und fahrradfreundlicher Kreis" auch dieses Projekt finanziell unterstützen zu können: "Das ist echt eine tolle Erfolgsgeschichte."

Hanife Yildiz freut sich jetzt auf tolle Ausflüge, denn ein Fahrrad bekam sie von der Recyclingbörse Herford geschenkt: "Das ist wirklich sehr nett", sagt die 49-Jährige. "Ich werde das Fahrrad ganz bestimmt gut pflegen. Wie ich die Reifen aufpumpe, weiß ich auch schon."

© 2014 Neue Westfälische
09 - Herford, Dienstag 17. Juni 2014


17.06.2014

Gutes Gebrauchtes

Löhne. In diesem Jahr feiert die Recyclingbörse Löhne 20-jähriges Bestehen. "Bei unserem diesjährigen Sommerfest gab es die Verpflegung für unsere Besucher deshalb kostenlos", sagt die Leiterin des Warenhauses, Diana Tönsmann. Während des Sommerfestes hatten sie wieder Zeit, sich umzuschauen und zu stöbern.

"Geschirr, Hausrat, Deko, Elektogeräte, Spielsachen, Platten, CDs, die gebrauchten Sachen können bei uns abgegeben werden und wir verkaufen sie günstig", sagt Tönsmeier, die seit vier Jahren in der Recyclingbörse in Löhne arbeitet. "Einmal im Jahr organisieren wir unser Sommerfest." An diesem Tag gebe es Bratwürstchen und Getränke und die Besucher hätten Zeit, sich in der Recyclingbörse umzusehen. "In diesem Jahr waren es zirka 300 Bürger, die an dem Tag zu uns gekommen sind", sagt die Leiterin.

Anja Ahers ist ein bis zwei Mal in der Woche in dem Warenhaus. "Vor zirka vier Jahren war ich das erste Mal hier", sagt sie. "Es macht Spaß, zu stöbern, da es so viele verschiedene Sachen gibt. "Eine weitere Besucherin ist ebenfalls alle zwei Wochen in der Recyclingbörse. "Ich habe vor sechs Jahren von Bekannten von dem Warenhaus erfahren und ich finde hier immer etwas Schönes", sagt sie. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr.


Die nächste Elektro-, Textil- und Haushaltswarensammlung der Recyclingbörse ist am Donnerstag, 26. Juni von 15 bis 18 Uhr in Löhne-Mennighüffen - Sportplatz Glockenstraße. Angenommen werden nur Altgeräte aus privaten Haushalten der Stadt Löhne: Geräte der Unterhaltungselektronik, Haushaltskleingeräte, Kommunikationsgeräte, Computer, TV-Geräte, Monitore,Elektro-Werkzeuge, elektr. Spielzeug, Musikinstrumente sowie gebrauchsfähige_Haushaltswaren (zerbrechliche Ware unbedingt gut verpacken), Textilien und besonders gut erhaltene Schuhe.

Von der Annahme ausgeschlossen sind Nachtspeicheröfen, Bleibatterien, Verbrennungsmotoren, Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen (Bitte fragen Sie bei Ihrem Umweltamt). Ölradiatoren und Elektrogroßgeräte (Waschmaschinen, Herde, Mikrowellen, Trockner, Kühlschränke) können bei der *Recyclingbörse, Industriestr. 34, abgegeben werden.

Der Erlös der Sammelaktion dient der Unterstützung der Arbeit des gemeinnützigen Vereins "Arbeitskreis Recycling e.V., Herford". Rückfragen bitte unter Tel. (05732) 68 89 50.

© 2014 Neue Westfälische
13 - Löhne und Gohfeld, Samstag 21. Juni 2014


12.06.2014

WB: >>Wertvolle Arbeit<<

Herford (wst). Nähen und sägen, kleben und malen und auch noch gut sortieren: Die 15 Männer und Frauen, die die MOLA-Maßnahme (Motivation, Orientierung, Leben,
Arbeiten) der Recycling-Börse Herford besuchen, haben alle Hände voll zu tun.

Dennoch fanden einige von ihnen Zeit für ein Gespräch mit dem SPD-Bürgermeisterkandidaten Tim Kähler, der die Qualifizierungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose am Mittwochvormittag besuchte und sich über die Arbeit der Teilnehmer informierte. Der Sozialdemokrat zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der RecyclingBörse für die MOLA-Teilnehmer.

»Die Einrichtung leistet wertvolle Arbeit, um die Menschen wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen, und verbindet dabei noch Umweltschutz und Kreativität«, sagte Tim Kähler. Am Sonntag geht er in die Stichwahl mit seinem Kontrahenten von der CDU.


02.06.2014

NW: Die Stadt tanzt sich heiß

Bielefeld. Lisa Lauschus hat einen heißen Job. Im knappen Bikini mit Tangahöschen wirbelt die Tänzerin über die Ladefläche des Fahrzeugs. Der Transporter gehört Carnival Explosion, einer von 70 Gruppen, die zum 18. Carnival der Kulturen durch die Stadt ziehen.

Fünf Kilometer liegen vor den insgesamt 2.000 Teilnehmern, als sich der Zug pünktlich um 15 Uhr an der Schloßhofstraße in Bewegung setzt. Die Klänge der Trommeln und Sambarasseln hallen von den hohen Häuserwänden wieder.

Am Straßenrand haben es sich die Zuschauer bei schönstem Sonnenschein bequem gemacht. Auf Campingstühlen und Wohnzimmersesseln, die Bierflasche in der Hand. Kinder knabbern Karotten oder lassen Seifenblasen in die Luft steigen, wie die kleine Laura. Bilder wie aus dem Schrebergarten.

Stelzenläufer in pittoresken Kostümen bewahren trotz des Andrangs von außen ihre aufrechte Haltung. Mit besonderes Einlagen beeindrucken die Hamburger "Oakleafs": Sie tanzen Menuett und springen Seil, ohne jemals die Balance zu verlieren.

Ebenso sicher bewegen sich auch "Die Größten" in Richtung Ravensberger Park. Auf künstlerische Einlagen verzichten die Jugendlichen der Hauptschule Baumheide zwar, dafür legen sie den langen Weg ohne sichtbare Schwankungen zurück.

Leichtfüßig trippeln die "Shademakers" über den Asphalt. Dass sie mit ihren glitzernden Pfauenkostümen und den ausladenden Flügeln bis zu 30 Kilo schwere Metallkonstruktionen mit sich herumschleppen - kein Zuschauer kann das erkennen.

Zahlreiche Kinder- und Jugendgruppe nehmen mit ihren Erzieherinnen oder Lehrern an dem Spektakel teil: etwa die Musik- und Kunstschule, die Brackweder Realschule die AWO-Kita Waldquelle, die Tigerenten aus der Kita Stadtheider Straße.

Den Alten Markt erreicht die Spitze des Umzugs gut eine Stunde länger als geplant. Der Grund: Die Polizei hatte darauf geachtet, dass die Gruppen beim Überqueren der Alfred-Bozi-Straße nicht auseinandergerissen werden.

Schweißperlen auf Stirn, Dekolleté und auf mancher behaarten männlichen Brust - der stundenlange Carnival in Bielefeld hinterlässt bei den Akteuren Spuren. Selbst Lisa Lauschus in ihrem luftigen Kostüm ist die Erleichterung darüber anzusehen: Das Ziel, die Bühne im Park, ist erreicht. Die Party kann beginnen.

Erstmals hatten die Veranstaltungen zum Carnival der Kulturen unter den Teilnehmern zwei Wettbewerbe ausgeschrieben. Der erste Preis zum Thema Nachhaltigkeit ging an die Bielefelder Recyclingbörse für ihre Beteiligung unter dem Motto "Eulen nach Athen tragen".

Beim Wettbewerb "Metamorphosen der Rollstühle" kam die Gruppe "Vielfalt am Berg" der Stiftung Eben-Ezer (Lemgo) auf den ersten Platz.


29.05.2014

NW: Eine faire Chance für Langzeitarbeitslose

Kreis Herford. Sie wollen arbeiten, sie wollen ihren Beitrag leisten - aber weil sie schon so lange draußen sind und eine Menge Handicaps mitbringen, haben sie auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chance. Im Kreis Herford gibt es viele Hundert, vermutlich einige Tausend solcher Leute - 26 von ihnen erhalten im Rahmen eines Mini-Beschäftigungsprojekts eine Chance.

Das Projekt läuft im Kreis Herford unter dem Begriff "soFair", landesweit firmiert es als "ÖgB" für öffentlich geförderte Beschäftigung. Sechs örtliche Beschäftigungsträger sind beteiligt, dazu die Kreisverwaltung, das Jobcenter und die OWL-Regionalagentur.

Sie alle waren vertreten, als gestern in der Schillerstube der Diakonie im Marta-Viertel eine Zwischenbilanz zur Halbzeit von "soFair gezogen wurde. Die Bilanz fiel, nicht überraschend, positiv aus.

Es gab Lob vom Kreis-Sozialdezernenten, vom Jobcenter, vom Land NRW, Lob für die beteiligten Arbeitnehmer ("Jeder hat seine Stärken", stellte Andrea Uemann vom Schillerteam fest) und auch ein bisschen Eigenlob.

Die 26 "soFair"-Mitarbeiter betreiben für die Diakonie einen Umzugsservice und helfen in der Recyclingbörse bei Haushaltsauflösungen. Sie leisten IT-Service bei Euwatec und arbeiten im Kleiderladen von "in via". Ihre Arbeitsverträge sind auf zwei Jahre befristet. Ihr Lohn wird durch Zuschüsse von Kreis, Jobcenter und Land NRW subventioniert. Sie werden gecoacht und unterstützt.

Doch wenn die zwei Jahre um sind, so drückt man das in dieser Welt aus, "läuft die Förderung aus" - und dann droht den Meisten von der Teilnehmer, dass sie wieder auf der Straße stehen, weil sie für den ersten Arbeitsmarkt vielleicht doch zu viele Handicaps mitbringen.

Immerhin: Sieben von 26, das haben die Projektpartner sich und dem Jobcenter versprochen, sollen den Sprung in ein normales Arbeitsverhältnis schaffen. "Das wird auch gelingen", versprach Projektkoordinator Carsten Aufdemkamp (Euwatec) gestern in der Schillerstube, in der sich "soFfair"-Beschäftigte, Träger-Vertreter und Verwaltungsleute drängten.

Kreisdezernent Paul Bischof sagte, der Kreis Herford habe ein Interesse an "nachhaltigen" Strukturen von "ÖgB". Matthias Döding vom Jobcenter rief auf, von den "soFair"-Beschäftigten nicht technokratisch als "Personen mit Vermittlungshemmnissen" zu sprechen.

Melanie Taube von der OWL-Regionalagentur wusste zu berichten, dass die Projektträger im Kreis vorbildlich zusammenarbeiten. Demnächst wird "soFair auch in Düsseldorf präsentiert. Und Gastgeberin Uemann verlangte von allen, schlicht zur Kenntnis zu nehmen, dass die Beschäftigten gute Arbeit ablieferten.

Aber was ist, wenn die zwei Jahre um sind? Reichen Miniprogramme wie dieses wirklich aus? Claudio Vendramin von der Recyclingbörse riet, nach Bielefeld zu schauen, wo unter der Federführung des Herforder Bürgermeisterkandidaten Tim Kähler innovative Projekte angestoßen worden seien.

Und Herbert Busch-Prüßing von Maßarbeit schlägt allen Beteiligten vor, endlich mit einem Tabu zu brechen und zu akzeptieren, dass es gar nicht so wenige Langzeitarbeitslose gibt, die sich nur mit unbefristeten Lohnkostenzuschüssen dauerhaft in der Welt der Erwerbsarbeit behaupten können.

© 2014 Neue Westfälische
09 - Herford, Donnerstag 29. Mai 2014


28.03.2014

Europawoche in der RecyclingBörse

Zur Wahl zum Europaparlament im Mai laden wir in die RecyclingBörse Herford zu einer Veranstaltungsreihe mit politischer Prominenz ein. Titel: „Einfluss der Arbeit des Europäischen Parlaments auf das Leben jedes Einzelnen - Ressourcenschonung und Wiederverwendung in Europa: 5 Tage der Recycling-Betriebsbesuche“.

Freitag, 2.Mai: Diskussion mit Christina Kampmann, SPD, Europa-Ausschuss des Bundestages, 10 bis 11.15 Uhr

Montag, 5.Mai: Diskussion mit Elmar Brok. CDU, Mitglied des Europaparlaments,
10 bis 11.15 Uhr

Dienstag 6.Mai: Diskussion mit Fabio di Masi, Die Linke, 10.30 bis 11.45 Uhr

Mittwoch 7.Mai: Diskussion mit Terry Reintke, Die Grünen, 10 Uhr bis 11.15 Uhr

Freitag 9.Mai: Diskussion mit Chris Dimitrakopoulos, FDP, 10 Uhr bis 11.15

Ort der Veranstaltungen ist die RecyclingBörse Herford, Heidestr. 7. Im Anschluss an die Diskussionen wird eine Betriebsbesichtigung angeboten.

Am Dienstag, 6.5. findet im Marta Herford eine zentrale Veranstaltung mit den ostwestfälischen EU-Parlaments-Elder-Statesmann Mechthild Rothe und Friedrich Wilhelm Gräfe zu Baringdorf statt. Beide kennen die EU-Parlamentsarbeit und -Politik von der Pike auf: Rothe war von 1984 bis 2009 Mitglied des Europa-Parlaments und u.a. stellvertretende Parlaments-Präsidentin, Baringdorf gehörte dem EU-Parlament von 1989 bis 2009 an, u.a. war er Vorsitzender des Agrarausschusses.

Als „Elder Statesman“ diskutieren beide „Mein Europa“. Zum Thema Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit in der EU sind Klaus Meyer von Energie Impuls OWL e.V. und Claudio Vendramin von der RecyclingBörse auf dem Podium dabei. Beginn: 19 Uhr, Marta Herford, Goebenstraße 2–10, 32052 Herford.

Anmeldungen zu allen Veranstaltungen sind bis zum 11.April unter europawoche(at)recyclingboerse.org nötig. In der Anmeldung bitte die Zahl der Teilnehmer/innen, den Namen der Schule oder des Vereins sowie eine Kontakt-Telefonnummer angeben.

Telefonische Nachfragen: 05221 / 16902-32.

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch das Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen.


17.03.2014

Ressourcenschonung und Abfallvermeidung

Börsen-Projekte beispielhaft

Der seit kurzem vorliegende Entwurf des neuen NRW-Abfallwirtschaftsplans (AWP) greift Projekte der RecyclingBörse zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung als beispielhaft auf.

Als „Praxisbeispiele“ werden die Projekte „Lokale Nachhaltige Kreislauftwirtschaft“ (LoNaK) und „RECOM“ (Wiederverwendung und Ressourcenschonung im regionalen Netzwerk) im AWP erläutert.

In beiden Projekten kooperieren Börse und der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld UWB, um Abfallvermeidung durch Wiederverwendung zu fördern und Arbeitsplätze und Qualifizierung für Benachteiligte zu schaffen.

Zum Projekt „LoNaK“ heißt es im Landes-Abfallplan: „Zentrale Projektidee ist die beispielhafte Etablierung von Kooperationen zwischen Einrichtungen oder Zentren der Wiederverwendung und Reparatur mit kommunalen Wertstoffhöfen oder den von Kommunen beauftragten gewerblichen Entsorgern“. Im Rahmen des Projektes wurden Tipps und Schulungsunterlagen zum Aufbau lokaler Kooperationen von Wiederverwendungseinrichtungen und Wertstoffhöfen erarbeitet.

Mit dem Projekt RECOM wird die Vernetzung und Kooperation von sozialwirtschaftlichen Wiederverwendungs-Betrieben wie der Börse mit gewerblichen Unternehmen (KMU) und öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE) sowie auch Ämtern oder Kammern zur Steigerung der Abfallvermeidung durch Wiederverwendung verfolgt.

Sowohl das Projekt LoNaK als auch RECOM sind über die Abfallvermeidung durch Wiederverwendung hinaus darauf ausgerichtet, Beschäftigung für Geringqualifizierte zu erschließen.

Die Entwicklung des Modells LoNaK wurde von der Stiftung Umwelt und Entwicklung (SUE) gefördert, RECOM aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds esf und des Bundesarbeitsministeriums BMAS.


28.01.2014

WB (Bünde) Gebraucht, aber wertvoll

Bünde(BZ). Die Recyclingbörse ist nicht nur aus Käufersicht eine Schatzkammer. Sie ist auch eine echte Alternative dazu, nicht mehr gebrauchte Gegenstände in der Mülltonne verschwinden zu lassen. Denn in einigen steckt hohes Recyclingpotenzial.

Von Christina Ritzau

Das gilt besonders für Elektrogeräte. Nicht grundlos schießen allerorts mobile Sammlungen und Container aus dem Boden, die Altgeräte schlucken. Toaster, Wasserkocher, Haartrockner, Radios, Rasierapparate, Handys... die Liste wertstoffhaltiger Elektrogeräte ist lang. »Das fängt schon beim Kupferkabel am Toaster an«, weiß Hans Engels, Sprecher vom Arbeitskreis Recycling in Herford. »Kupfer ist ein wertvoller und endlicher Rohstoff. Wenn er in der grauen Tonne verschwindet, ist er für immer verloren.« Wertvoll sind Elektrogeräte also selbst dann noch, wenn der Besitzer sie frustriert an die Wand werfen würde, weil sie nicht mehr funktionieren.

In der Recyclingbörse Bünde werden täglich gebrauchte Gegenstände abgegeben. »Wir sammeln im Elektrobereich alles, was Kabel und Stecker hat, unabhängig davon, ob es funktioniert oder nicht«, erklärt Ursel Wüllner, Leiterin der Börse. Im ersten Schritt werden die Geräte von geschulten Mitarbeitern auf ihre unktionstüchtigkeit überprüft. Waffeleisen, Rührgeräte, Wasserkocher und Co. landen zum Beispiel bei Udo Feldmann. Der 57-Jährige checkt, ob der Wasserkocher dicht ist oder Risse hat, er begutachtet den optischen und technischen Zustand von Geräten und Kabeln und prüft Dinge wie den Schutzleiterwiderstand. Was funktioniert, das kommt in den Verkauf – und fällt idealerweise Kunden wie Karl-Heinz Rauter in die Hände. »Man kommt so alle zwei Tage vorbei und holt sich etwas«, sagt der 63-Jährige. Dabei hat der Amateurfunker es vor allem auf Radios, DVD-Player und andere günstige Kleingeräte abgesehen.

Defekte Teile werden von der Recyclingbörse an die Abfallbeseitigung Berg in Hiddenhausen weitergegeben. »Reparieren und demontieren gehört nicht zu unseren
Aufgaben«, erklärt Wüllner. »Wir haben von der Stadt Bünde den Auftrag bekommen, den E-Schrott zu sammeln«, sagt Frank Keidel, Beauftragter für den ntsorgungsbetrieb bei Berg. Ist ein Container voll, werden die Geräte an einen ntsorger weitergegeben, der das eigentliche Recycling übernimmt. Das organisiert die Stiftung EAR (Elektro-Altgeräte-Register), in der Elektronikhersteller sich registieren lassen müssen. »Die Hersteller haben die Verantwortung, für die Wiederverwertung beziehungsweise das Recycling zu sorgen«, informiert Keidel.

Dennoch verschwindet ein großer Teil von Elektrogeräten nach dem Kauf eines neuen Modells auf nimmer Wiedersehen. »Wir bekommen nur etwa 50 Handys im Monat – 160.000 müsste es im Kreis Herford geben«, schätzt Engels. Viele Geräte würden aus nostalgischen Gründen behalten oder in Schubladen vergessen, an Verwandte oder Bekannte weitergegeben oder im Internet verkauft, vermutet er. »Und ein Teil verschwindet vermutlich in der grauen Tonne.« Das gelte generell für Kleinteile – sei aber die denkbar schlechteste Alternative.